Rund einen Monat ist es nun her – der tragische Selbstmord des Nationaltorwarts Robert Enke und das folgende höchst befremdliche Medienspektakel zur öffentlichen Trauerfeier im Stadion. Kolonnen von Ü-Wagen zur Live-Übertragung, tausende Fans und Schaulustige, aber auch die Sport-, Medien- und Politikprominenz waren gekommen, um dem Sportler die letzte “Ehre” zu erweisen. Und während Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff in seiner Ansprache feststellte, die Welt sei nicht im Lot, wurde noch einmal die Witwe geschüttelt und überall im Stadion quetschten sich die Reporter durch die Menschenmassen um die berührensten Eindrücke einzufangen.
Mit ‘Gesellschaft’ getaggte Artikel
Gleiches Recht für Väter
Samstag, 05. Dezember 2009Kurz vor Weihnachten erreicht uns endlich auch mal wieder eine gute Nachricht: Die bestehenden Gesetzeslage zum Sorgerecht unverheirateter Eltern muss nach einem Urteilsspruch des Europäischen Gerichtshofs zugunsten eines ledigen deutschen Vaters geändert werden. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger versprach bereits, einen neuen Gesetzesentwurf vorzulegen. Damit wird eine himmelschreienden Ungerechtigkeit im deutschen Rechtssystem zu guter letzt Einhalt geboten.
Die Wutprobe
Mittwoch, 02. Dezember 2009Irgendwann kommt in jeder Beziehung der Moment, in dem eine unsachgemäß zerdrückte Zahnpastatube oder ein arglos dahin geworfenes Kleidungsstück zum Explosionsherd wird. Kleine Eigenheiten und Ticks, die im Licht der rosa-roten Brille höchstens verschwommen wahrgenommen wurden, mutieren im Laufe der Zeit zu monströsen Macken, deren Anblick „einem den Kragen platzen lässt“.
Weihnachten: Ein Fest macht Stress
Sonntag, 29. November 2009Mal ehrlich: Von Besinnlichkeit kann zum „Fest der Liebe“ kaum mehr die Rede sein. Da müssen Plätzchen gebacken, Geschenke gekauft, Besuche terminiert und unliebsame Verwandte ertragen werden – ganz zu schweigen vom Stau auf der Autobahn und Magengeschwüren durch zu viel und zu schweres Essen.
Die Grauzone
Donnerstag, 26. November 2009Auch wenn ich kein großer Freund von Hollywood-Happyendings bin: Die TV-Wiederholung der Spiderman-Trilogie hat mich zum Nachdenken gebracht. So ist die Hauptaussage der Comicverfilmung ein Plädoyer für die Wahlfreiheit. Auch ich bin Verfechter des freien Willens, allerdings lässt sich im wahren Leben nicht alles in Gut und Böse, Schwarz und Weiß einteilen.
Das große Bewerbungsschauspiel
Mittwoch, 25. November 2009Die Krise sitzt tief und die Angst vor einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage ist laut der R + V-Studie „Die Ängste der Deutschen 2009“ zurzeit die gravierenste. Kein Wunder also, dass sich Arbeitssuchende immer besser auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Da werden unzählige Probetests absolviert, das Gehirn neurolinguistisch umprogrammiert, die Körperhaltung und –sprache trainiert und fleißig Knigge studiert. Die, die es sich leisten können, reisen sogar in den Schwarzwald, um sich von anderen Job-Aspiranten im freien Fall auffangen zu lassen oder beim „Survival-Training“ die Teamfähigkeit zu verbessern.
Egalité, fraternité, brutalité?
Montag, 23. November 2009Während in Deutschland und vielen anderen EU-Ländern die „körperliche Züchtigung“ längst antiquiert ist und deshalb auch aus gutem Grunde verboten ist, scheinen unsere französischen Nachbarn da etwas anderer Meinung zu sein. Fragen sie doch mal Edwige Antier, Abgeordnete der Regierungspartei UMP im französischen Parlament. Sie möchte ein Gesetz einbringen, dass das Schlagen von Kindern [...]
Ein guter Rat: Die Anderen sind Besserwisser
Sonntag, 22. November 2009Gemeinhin verlässt man sich lieber auf sein eigenes Urteil. Der gut gemeinte Rat einer Freundin, das schwarze Kleid stehe einem besser als das rote („Schwarz macht Dich so schön schlank“, sprich: „In dem Roten siehst Du aus wie eine Presswurst“) kann da schon mal eine Trotzreaktion provozieren und einem den ganzen Abend versauen. Fremden trauen wir da noch viel weniger, schließlich wissen die nicht das Geringste von uns – oder etwa doch?
Gott ist tot – es gibt nichts mehr zu verlieren!
Samstag, 21. November 2009Politiker sind schon lange keine Vorbilder mehr. Jeder weiß, dass Ihre Versprechen nur bis zur Stimmabgabe halten. Auch die so genannten „Führungskräfte“ faszinieren höchstens noch durch ihre Schamlosigkeit und Effizienz beim „in-die-eigene-Tasche-wirtschaften“. Blieb nur der Sport und der Mythos vom Arbeiterkind, das durch ehrliches, hartes Training und Talent zu Ansehen und Reichtum gelangt. Das waren Idole, denen wir vertrauen konnten.
Frauen zurück an den Herd?
Freitag, 13. November 2009In Koalitionsverhandlungen geht es ja immer auch um faule Kompromisse. Vieles dreht sich doch nur darum seine Interessen und Wahlversprechen durchzusetzen, auch gegen den Widerstand der Regierungspartner. Dann kann man sich daheim in seinem Wahlkreis mit dem Erreichten brüsten- aber das war es auch schon. Viele Themen werden zwar in den Koalitionsvertrag aufgenommen, dürften aber [...]
Harte Fakten – kurz gefasst
Freitag, 13. November 2009Heute ist bundesweiter Vorlesetag. Gemeinsam mit der Zeit hat die Stiftung Lesen rund 8000 Prominente aus Politik, Medien, Sport und Showbiz als öffentliche Vorleser engagiert. Hintergrund für die vor sechs Jahren ins Leben gerufene Veranstaltung war eine Studie, aus der hervorging, dass 42% aller Eltern selten oder gar nicht mehr mit ihren Kindern unter 6 [...]
Summa SOMArum
Mittwoch, 11. November 2009In meinem Beitrag „Schöne neue Welt“ habe ich mich ja bereits über den derzeitigen Tabletten-Trend ausgelassen. Jetzt hat das Robert-Koch-Institut eine neue Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass ca. 600 000 Kinder in Deutschland unter „ADHS“ leiden – größtenteils kommen diese Kinder aus sozialschwachen oder durch Alleinerziehung belasteten Familien.
Der digitale Mensch
Sonntag, 08. November 2009In seinem Aufsatz „Unsere Zukunft in der Matrix“ stellt Nicholas Carr die Frage, ob das Internet die Mittelschicht zerstört und welche Anforderungen das digitale Zeitalter an die Politik stellt. Ich möchte mich hier nicht zu den wirtschaftlichen Folgen der Digitalisierung äußern, da ich weder Ökonomin bin, noch die eventuelle Auswirkungen des Internets auf die Weltwirtschaft für aufhaltbar halte. Allerdings würde ich gerne näher auf die Anforderungen eingehen, die das digitale Zeitalter an den Menschen hat – vor allem hinsichtlich seiner Informationsbeschaffung.
Coach statt Couch
Mittwoch, 04. November 2009Wer Hilfe zur Selbsthilfe suchte, dessen Weg führte in den 90ern vor allem in die Praxen von Psychoanalytikern und –therapeuten. Doch nicht jeder ist bereit, seine Beziehung zum hänselnden Bruder, der eine Vorliebe für nächtliche Überfälle hatte, oder die ersten sexuellen Erfahrungen mit den Seidenstrümpfen der Mutter zu analysieren – und oft ist es auch gar nicht notwendig: Coaching heißt das neue Zauberwort…
History…
Dienstag, 03. November 2009Am Wochenende habe ich irgendwann den Film „Intimate Enemies“ gesehen. Er handelt vom Algerienkrieg (Der Kampf der Unabhängigkeitsbewegung FLN gegen die französische Kolonialmacht 1954-1962). Der Film selbst war nicht wirklich gut, aber ich habe festgestellt, dass wir in Deutschland viel zu wenig über diese Problematik wissen. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nichts darüber. Aber [...]
Schöne neue Welt
Dienstag, 27. Oktober 2009„Wow, was für ein Gefühl“ titelt der aktuelle Spiegel einen wissenschaftlichen Artikel über eine neue Medikamenten-Generation zur Steigerung der geistigen Potenz. Da ich nicht immer die brave Texterin war, die Nächte durchschreibt anstatt sie durchzutanzen, kann ich mich noch gut daran erinnern, wie es ist, wenn sich die Gedankenwolken plötzlich lichten und den inneren Blick auf (vermeintliche) Erkenntnisse von unglaublicher Klarheit freigeben.
Bildstörung
Sonntag, 25. Oktober 2009Ab Januar 2010 werden in der Brigitte keine professionellen Models mehr zu sehen sein. Damit schließt sich das Frauenmagazin einem Trend an, der durch die „Initiative für wahre Schönheit“-Kampagne von Dove ausgelöst wurde und in dem Laufstegverbot für deutlich untergewichtige Models 2006 in Mailand seinen Höhepunkt fand
Kranke Gesellschaft
Freitag, 23. Oktober 2009Unter dem Deckmäntelchen der wissenschaftlichen Freiheit wird laut der Zeit auf wissenschaftlichen Kongressen und in Universitäten seit ein paar Monaten wieder verstärkt über Homosexualität als psychische Krankheit und mögliche Therapien diskutiert.
PorNO – PorYES
Samstag, 17. Oktober 2009Heute wird in Berlin zum ersten Mal der „feministische Pornofilmpreis“ verliehen. Klasse, denke ich und lese mir das Interview mit Laura Méritt, einer der PorYes-Aktivistinnnen durch – und bin erstaunt: Als Kriterien für einen PorYes-Preis gelten:
Die Darstellung weiblicher Lust
Vielfältigkeit der Sexualpraktiken, Geschlechter, Altersgruppen, Körpertypen und [...]
Good old German
Freitag, 16. Oktober 2009Da man im Bundestag zurzeit anscheinend nichts Besseres zu verhandeln hat, wird in der Jamaika-Koalition gerade über den Satz „Die Sprache der Bundesrepublik ist deutsch“ diskutiert.
Offensichtliches scheint unseren Regierungen ja schon immer die größten Probleme zu machen: Man ist sich Mal wieder uneins hinsichtlich der Notwendigkeit diesen Satz in das Grundgesetz aufzunehmen. Die Gegner wie [...]

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