Nach dem Interview:
Ach unser armer Wulfi! Wie konnten diese bösen Medien so dreist sein und an IHN Fragen der Klärung richten! Einfach unverschämt.
Genau das habe ich erwartet: nichts. Dieser Bundespräsident hat nicht einmal im Ansatz begriffen worum es geht. Er sieht sich tatsächlich als Opfer. Fast würde er mir leid tun, wenn ich nicht absolut davon überzeugt wäre, dass genau das die Absicht dieses Interviews gewesen wäre; denn was wurde geklärt??
Er habe eingesehen, dass sein Anruf bei der Bild ein schwerer Fehler war. Aus welchem Grund sagt er nicht. Lediglich die allgemeine Formel, dass er natürlich (so generell, allgemein …) natürlich für die Pressefreiheit steht. Ich vermute, dass dieser Wulff den Fehler auch nicht in dem Versuch des Eingriffs in die Pressefreiheit sieht, sondern wie dümmlich er dabei vorgegangen ist.
Statt es mit der Entschuldigung bei der “Bild” bewenden zu lassen- die zudem (das Privileg der Prominenz) auch akzeptiert wurde … Nein, er musste wieder einen drauf legen und kundtun, dass er ja nur eine Verschiebung des Artikels gewollt hätte. Es blieb der “Bild” garnichts anderes übrig, als daraufhin um die Genehmigung der Veröffentlichung zu bitten. Und noch mal dieses perfide “Wischi-Waschi”: er sagt nicht einfach und klar “Ja” oder “Nein”, sondern sondert salomonische Unbestimmt:
Und gewürzt mit “Erstaunen” wie “Teile” der Mailbox-”Ansprache” in die Presse gelangt seien. Mir wird schlecht! – Und das obwohl ich wirklich kein “Anhänger” oder gar “Leser” der Bildzeitung bin, ja eine solche Unterstellung als glatte Beleidigung sehe.
Und die Internet-”Offenlegung” durch seine Anwälte, kredenzt von der Bewertung, dass natürlich keinerlei rechtliche Verstöße vorlägen. Ach, wer hätte das gedacht, dass seine eigenen Anwälte zu diesem Schluss kommen?! Natürlich ist das korrekt, dass sie das so sehen und darstellen. Dafür werden sie bezahlt. Aber dass der Bundespräsident diese Einschätzung, apodiktisch als “Die Wahrheit” darstellt, ist mehr als Unverschämt! Bei solchem Vorgehen, können wir öffentliche Gerichtsbarkeit einfach abschaffen und durch die Unschuldserklärung der Anwälte ersetzen – sofern man sich das leisten kann.
Mein Fazit: Dieser Herr Wulff hat weder die moralische, noch gesellschaftliche Reife für das ihm übertragene Amt!
Ursprünglicher Beitrag:
Das neue Jahr. Ja. Aber die lästige und überhebliche Dümmlichkeit- Sie hat sich vom Silvesterlärm nicht schrecken lassen. Sie schickt sich an auch in diesem Jahr seinen Triumphzug weiter zu führen. Schade. Unerwartet? Kaum. Spätestens seit der Wimpel-Politik des Merkelismus- Wer anderes erwartet hat, gehört ins Absurditäten Kabinett.
Mit dem auf Köhlers Spuren stimmt nicht ganz. Köhler hatte nur jeglichen politischen Instinkt eingebüßt; hatte übersehen, dass politische Realität und gesellschaftlich, moralischer Anspruch, Konsens zwei gänzlich verschiedene Dinge geworden sind (vielleicht auch schon immer waren). Er hatte Recht, wir führen bereits Krieg aus markwirtschaftlichen Aspekten. Aber das bedeutet nicht, dass man (als BUNDESPRÄSIDENT) mit der Selbstverständlichkeit eines Austauschs von Hausfrauen-, Hausmänner-Rezepten zwischen zwei Terminen plaudern darf, als wäre es unumstößlicher Grundsatz deutscher Außenpolitik! Das ist es (noch?) nicht.
Wenn Du noch bemerkt hast, wie heuchlerisch bis zynisch diese „Analyse“ war, gibt es noch Hoffnung. Ja und Köhler war zu dieser differenzierten Einsicht nicht mehr fähig. Ja; wir führen Krieg; ja, wir haben eine Berufsarme bekommen, damit es einfacher wird deutsche Soldaten zu verheizen – schließlich ist es ihr Job; und ja, wenn der Krieg eindeutig unwirtschaftlich wird- na dann besinnen wir uns eben auf das Selbstbestimmungsrecht eines Staates. Köhler glaubte ernstlich, das sein gesellschaftlicher Konsens – zugegeben mit einem gewissen Recht, denn schließlich sind es die großen Volksparteien, die diesen Scheiß verzapfen und trotzdem (?) immer wieder gewählt werden.
Mit Wulfi ist das anders. Der denkt nicht daran seinen Posten zu räumen, sich in die Schmolleckte zu stellen. Klar, der wusste ganz genau was er tat! Wulff hat in voller Absicht den Privatkredit verschwiegen; wenn nicht wäre zu erwarten gewesen, dass er UNVERZÜGLICH alle Einzelheiten offengelegt hätte – ohne wieder wichtige Details zu verschweigen. Hätte sich nicht angemaßt Verlag und Chefredaktion der „Bild“ massiv unter Druck zu setzen.
Ja selbst seine scheinbare Entschuldigung, war im Grunde eine wohlklingende Frechheit. Denn welches öffentliche Gremium hätte bisher FESTGESTELLT, dass das alles „juristisch“ Rechtens war?! Genau: keines! Doch er hat das dreist in seiner, als Entschuldigung fehlinterpretierten Äußerung, (weitgehend unwidersprochen) getan! Einfach so. Durch die Gnade seines Amtes? Durch seine persönliche, unantastbare juristische Weisheit? Es bleibt wohl sein Geheimnis.
Aber selbst wenn es tatsächlich juristisch rechtens gewesen wäre – bitte beachte die Möglichkeitsform – darf man von unserem Bundespräsidenten nicht einmal mehr ehrliche Offenheit erwarten? Ist das schon zu viel erwartet? Er Bundespräsident ALLER Deutschen; nicht nur von Juristen. Und besteht moralisches und ethisches (klarer anständiges) Verhalten NUR NOCH aus Gesetzestexten? Dann sollten wir einfach den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts zum Bundespräsidenten ausrufen.
Das Absurdeste an der Sache ist aber, dass eigentlich keine Partei ernsthaft seinen Rücktritt gefordert hätte. Trotzdem diese Scheibchenwahrheiten! Warum?! Hätte er einfach alle Fakten auf den Tisch gelegt, und eingeräumt, dass er unbedacht gehandelt hat – Die Sache wäre längst vergessen.
Aber ich fürchte, genau das ist das Problem: er hat nicht unbedacht gehandelt! Er hat seine Ausführungen vor dem Landtag sehr wohl bedacht. In vollem Bewusstsein der Halbwahrheit nicht den Privatkredit erwähnt, was bedeutet, dass er sich selbst über die Zweifelhaftigkeit dieses Kredits wohl bewusst war.
Ich weiß, dass das sehr spekulativ ist. Aber die Quelle ist Herr Wulff. Denn welcher andere Grund könnte diesen gänzlich unnötigen und dümmlichen Eiertanz der Halbwahrheiten erklären? Mir fällt beim besten Willen keiner ein. Dabei wären wir alle doch geradezu „glücklich“ gewesen, wenn wir hätten sagen können: „Ok. Ein Unbedachtheit, die er eingesehen hat. Er hat sich entschuldigt und Gut is.“. Aber nein. So etwas ist wohl unter seiner „Würde“. Na danke Herr (noch) Bundespräsident. Mich vertreten sie auf jeden Fall nicht mehr.
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Tags: Bundespräsident, gesellschaftliche reife, moralische reife, privatkredit, Wulff














