Kein Scherz! Die Dena (Deutsche Energie-Agentur) warnt eindringlich vor dem weiteren Ausbau der Photovoltaik-Anlagen. Nach der Einschätzung ihres Chefs, Stephan Koehler, droht eine völlige Überlastung der Stromnetze mit ZU VIEL Strom: „Die Netze stehen vor der Überlastung durch Sonnenstrom.“ Danach könnten Stromspitzen bei der Erzeugung (etwa durch bundesweites Schönwetter an einem Wochenende) so viel Strom in die Netze pumpen, dass es ihre Kapazität übersteigt, weil es nicht genügend Verbrauch gibt und eine viel zu geringe (Zwischen-) Speicherkapazität gibt.
Kernkraftwerke werden indirekt subventioniert, indem sie „endlose“ über die Abschreibung hinaus genutzt werden können und alternative Energiegewinnung über den Strompreis – auch die Solarenergie.
Zwei Vorgehensweisen die sich angeblich ergänzen. Dass dies wieder einmal nur „merkelischer“ Aktionismus ist um irgendwelche Finanzlöscher zu stopfen, bzw. das eigene Image auf zu polieren zeigt diese Warnung der Dena! – die wohl gemerkt mehrheitlich in Bundesbesitz ist. Entweder offenbart sich grandiose Inkompetenz oder ein extrem bösartiges Kalkül.
Du fragst wieso? Durch die Genehmigung zum dauerhaften Betrieb der bestehenden AKWs wird die aktuelle Netzstruktur zementiert. Welchen Grund hätten die großen Stromkonzerne die Netze für einen effizienten Betrieb mit dezentralen, stark schwankenden Stromerzeugern an zu passen? Keinen. Im Gegenteil widerspricht ein solches Konzept ihrer Unternehmensphilosophie; jede großflächige Dezentralisierung bedeutet Einbußen bei der Marktrelevanz. Aus der Perspektive einer Optimierung der Gewinne eine geradezu „notwendige“ Denk- und Handlungsweise.
Auf der anderen Seite wird die Solarstromgewinnung stark gefördert. Im Kontext immer neuer Streichorgien bei der Bauförderung, steigenden Heizkosten … Es ist eine der wenigen lukrativen Sanierungsmaßnahmen für Hausbesitzer die noch verblieben sind. Also werden sie auch entsprechend genutzt. Und natürlich ist und bleibt es richtig, dass auch Solarenergie ein Muss für die zukunftssichere, ökologisch und risikobewertende Energieversorgung darstellt! Anders geht es gar nicht.
Die Dena mag durchaus Recht haben, wenn sie die Möglichkeit einer Überlastung der Stromnetze sieht. Aber es kann daraus nicht gefolgert werden, dass dann eben einfach der weitere Ausbau von Solaranlagen limitiert oder gar verboten wird. Dieses Gewurstel bis zur nächsten (selbst herbei geführten) Kriese muss ein Ende haben! Denn AUCH hier zeigt diese drohende Krise wieder einmal nur dreierlei Dinge:
1) Dass die Energiekonzerne schlicht die Marktentwicklung ignoriert haben – ob aus Unfähigkeit oder mit Absicht sei dahin gestellt.
2) Dass die Politik nicht den Hauch von Kompetenz hat, schlicht nicht „durchblickt“.
3) Vielleicht das Schlimmste, dass nämlich sie sogenannten Experten entweder ihren Namen nicht verdienen oder aber nur noch auf zahlende Anfragen passende Meinungen kreieren.
Natürlich kann und darf ein solches Risiko nicht weggeredet werden; schon der Versuch ist fahrlässig. Es muss Konsequenzen geben! Doch sie dürfen nicht die mittel- und langfristige Energieversorgung gefährden, was meiner Meinung nach nur bedeuten kann, dass mit ALLEM NACHDRUCK für eine marktorientierte und zukunftssichere Netzanpassung zu sorgen ist!
Leider habe ich wenig Hoffnung auf Vernunft. Es wird allenfalls um Stimmen gehen – wenn das Problem (für mich das Wahrscheinlichste) nicht einfach ignoriert wird, bis… Bis es eben „knallt“ und Merkel wieder einmal salbungsvoll fest stellt, dass wir eine Krise haben und alle (speziell die Bürger) zur Lösung des Problems beitragen (sprich Zahlen) müssen. Aber auch die Opposition wird wenig Interesse an diesem Thema haben, denn wann hätten sie dieses Problem ansatzweise aufgedeckt, auch nur Skizziert?! Die großen Energiekonzerne haben sicher auch kein Interesse. Die einzigen von denen ich weiß, dass sie dieses Problem zumindest zur Kenntnis genommen und angesprochen haben ist der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW) und die kommunalen Energieunternehmen. Aber auch sie haben dieser An-, Einsicht kaum Nachdruck und Öffentlichkeit verliehen.
Die einzige wirkliche Hoffnung die ich sehe, sind die Marktchancen die sich hier auftun. Wenn einmal ein paar große Konzerne endlich begreifen, welches gewaltige Potential der Markt mit Speicherwerkern und entsprechender Steuertechnik darstellt. Ja, dann kann sich wirklich etwas bewegen! Solche Technik kann das „energetisch Non plus Ultra“ der Zukunft werden.
Zu der Ansicht der Dena siehe H I E R.
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