Die Bundeswehr wird reformiert, so viel scheint schon mal klar zu sein. Aber über das wie und wann herrscht weiter Verwirrung. Verteidigungsminister zu Guttenberg favorisiert eine Verkleinerung der Truppe und eine teilweise Aussetzung der Wehrpflicht. Meiner Meinung nach ist die Wehrpflicht nicht mehr zeitgemäß (war sie es jemals?) und schon heute eine Farce!
Die teilweise Aussetzung der Wehrpflicht, wie sie gegenwärtig diskutiert wird ist nichts anderes als ein unüberlegtes und schwachsinniges Vorhaben. Warum? Zwar soll die Wehrpflicht im Grundgesetz verankert bleiben, allerdings sollen nur diejenigen Männer eingezogen werden, die freiwillig dienen wollen. Dem aufmerksamen Leser fällt schon hier auf: eine Pflicht für Freiwillige? Hä? Politisches Wirrwarr „at it’s best“.

Sieht nicht nur doof aus, ist es auch!
Meiner Meinung nach gehört die Wehrpflicht ganz abgeschafft! Ich weiß allerdings auch, dass das nicht so einfach vonstatten gehen kann. Mit dem Wegfall der Wehrpflicht würde auch unweigerlich der daran gekoppelte Zivildienst wegfallen, was gerade im chronisch klammen Gesundheitssektor riesige Lücken aufreißen würde. Nichtsdestotrotz ist die Wehrpflicht in der jetzigen Form nicht tragbar. Ich finde schon die Idee einer Pflicht für das Tragen und schlimmer noch, das Anwenden von Waffen abstrus und unmöglich!
Sind wir mal ehrlich, die heutige Wehrpflicht ist nicht nur unfair sondern auch eine Lotterie. Erstens wird nicht jeder junge Mann eingezogen. Wer überhaupt einen Musterungsbescheid bekommt, hat noch tausende Möglichkeiten sich dem Dienst an der Waffe oder auch alternativ, dem Dienst am Rentner zu entziehen. Oftmals reicht es aus, im Internet nach bestimmten Krankheitssymptomen zu suchen, diese dann glaubwürdig vorzutragen und schon bleibt man ein von der Pflicht verschonter Bürger. Ich selbst kenne nicht wenige, die auf diese oder ähnliche Art und Weise für untauglich befunden wurden, selbst wenn sie durchtrainierte Sportasse sind. Sagt man jedoch klipp und klar, dass man auf die Bundeswehr sch****, muss man so sicher wie das Amen in der Kirche Zivildienst leisten. Da kennen die camouflagebehosten Schreibtischkrieger keinen Spaß.
Aber nicht nur, dass willkürlich über die Zukunft junger Männer entschieden wird. Was ist denn mit den Frauen? Warum unterliegen Frauen nicht der Wehrpflicht? Gleichberechtigung gilt nicht nur für angenehme Sachen!
Abgesehen davon stellt sich doch die Frage ob eine verkleinerte, dafür besser organisierte und ausgebildete Armee nicht nur billiger sondern auch effektiver wäre? Auch wenn die aktuell diskutierte Reform nicht den erhofften großen Spareffekt mit sich bringt, sind wir uns wohl alle einig, dass eine Reform dringend notwendig ist. Um den Wegfall der Zivis zu kompensieren, könnte man sich überlegen ob man Freiwillige nicht anderswertig belohnt. Wer beispielsweise 12 Monate freiwillig im sozialen Bereich arbeitet, dem könnte man doch in einem anschließenden Studium die Studiengebühren für den gleichen Zeitraum erlassen! Denn wer der Gesellschaft dient, sollte dadurch keine Nachteile erleiden müssen. Somit schafft man Anreize, ohne dabei irgendjemanden zu etwas zu zwingen. Ein Zivildienstleistender oder dann eben freiwilliger Helfer hilft der Gesellschaft durch notwendiges und sinnvolles Arbeiten und sollte dementsprechend belohnt werden! Aber was leistet eigentlich ein Wehrpflichtiger bei der Bundeswehr? Vollgepackt durch den Matsch robben und sich dabei von irgendeinem Horst anschreien lassen hilft weder mir noch meinem Nachbarn! Wer das für sich will, der kann es tun – als Berufssoldat!
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