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Ein neues Kapitel im Kampf Hessens gegen die Bildung

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Blicken wir noch einmal zurück in den Mai diesen Jahres. Damals forderte der hessische Ministerpräsident Roland Koch lautstark Einsparungen im Bildungs- und Forschungssektor. Über die Schwachsinnigkeit dieses Vorstoßes wurde bei LEUAS ja bereits berichtet. Allerdings betreffen diese Budgetkürzungen nicht alle – oder wie erklärt man sonst, dass die hessische CDU eine private Hochschule mit 30 Millionen Euro subventioniert während Hessens öffentliche Hochschulen finanziell am Stock gehen?

geldregen1 199x300 Ein neues Kapitel im Kampf Hessens gegen die BildungEs klingt unglaublich, ist aber (leider) wahr: Hessen unterstützt die elitäre Privatuniversität EBS (European Business School) mit mehr als 30 Millionen Euro um einen Fachbereich Jura aufzubauen. Eine Schule, deren Studiengebühren bei 12.000 € per annum liegen als Subventionsempfänger? Das kann und darf nicht sein- vor allem wenn man bedenkt, dass dieselbe Regierung den öffentlichen Hochschulen einen harten Sparkurs verordnet hat!

Widerwillig unterschrieben viele Hochschulchefs einen Hochschulpakt, der den öffentlichen Hochschulen Hessens harte Einschnitte bescheren wird: Ihre Mittel werden ab 2011 empfindlich gekürzt – um ca 30 Millionen! Ein Schelm wer Böses dabei denkt…

Die Proteste der Opposition werden von der Regierung als „Neiddebatte auf niederem Niveau“ abgetan. Doch wie kommt es, dass die Schwarz-Gelbe Regierung in Wiesbaden so einen Narren an der EBS gefressen hat? Nun ja, führt man sich vor Augen, dass Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) im Gründungskuratorium der neuen „Law School“ sitzt, Florian Rentsch, seines Zeichen Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion, im Vorstand der EBS-Trägerstiftung tätig ist und Wiesbadens Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) Gründungsmitglied eines lokalen EBS-Freundeskreises ist, wird einem einiges klar. Lang Lebe der Wiesbadener Klüngel!!!

Es ist mal wieder typisch Politik! Statt sich wirklich um die Belange der Wähler, in diesem Falle der Studenten zu kümmern, lässt man sich von Lobbyisten umgarnen! Gut, man könnte argumentieren, dass die neue Jurafakultät Wiesbaden zu dem Titel „Universitätsstadt“ verhilft, aber was hilft das den Studenten? Gut für des Bürgermeisters Ego, aber sonst nichts! Investiert endlich in die (Volks-) Universitäten, diese haben es bitter nötig! Nur so kann man ein bezahlbares Studium auf hohem Niveau gewährleisten! Denn liebe FDP, ihr werdet es kaum glauben, aber nicht jeder kann sich 12.000€ Studiengebühren leisten!

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