Fünf Tage vor Beginn der ersten Fussballweltmeisterschaft auf afrikanischem Boden überschattet eine Tragödie das bevorstehende Fest: Bei einem Testspiel zur WM zwischen Nigeria und Nordkorea kam es in einem Johannesburger Stadion zu einer Massenpanik. Bilanz: mindestens 20 Verletzte und niemand will die Verantwortung übernehmen.
Das Spiel fand in einem Stadion statt, welches nur 10.000 Zuschauer fasst. Offenbar rechneten die Veranstalter nicht mit einem großen Andrang. Welch fatale Fehleinschätzung! Südafrika wird seit langer Zeit regelrecht darauf getrimmt, sich auf die kommende Meisterschaft zu freuen; da verwundert es doch kaum, dass ein Freundschaftsspiel zweier Endrundenteilnehmer großen Anklang findet. Noch dazu, wenn eines der Teams eines der besten des afrikanischen Kontinentes ist!
Dieser Vorfall wird unweigerlich wieder eine Debatte um die Sicherheit der Fans bei dem Großereignis hervorrufen. Allerdings halte ich es für ausgeschlossen, dass so etwas bei einem WM-Spiel passieren kann. Dazu sind die Bestimmungen der FIFA einfach zu strikt.
Doch genau hier liegt der Hund begraben. Laut Polizeiangaben hat die FIFA „gewollt, dass der Eintritt gratis ist.“ Sollte dies der Fall sein, so muss sich die Organisation zumindest eine Mitschuld an dem Vorfall gefallen lassen! Allerdings gab der Weltverband in einer Pressemitteilung bekannt, „nichts mit dem Ticketing für dieses Spiel zu tun zu haben“. Wie so oft, die Schuld trägt jemand anderes. Versteht mich nicht falsch, ich denke nicht, dass die FIFA Schuld hat. Allerdings erwarte ich von ihr, dass sie gerade kurz vor einer Weltmeisterschaft ein besonderes Augenmerk auf alles richten sollte, was mit der WM zu tun hat! Denn dieser Unfall wird sich unweigerlich auch auf die Weltmeisterschaft und damit auf den Weltverband auswirken. Gerade weil es so viele Skeptiker gegen diese WM gibt, sollten sich Blatter und seine Mannen besonders intensiv um einen reibungslosen Ablauf kümmern- und dazu gehören meiner Meinung nach auch solche Testspiele im Vorfeld.
Letztendlich ist es egal wer verantwortlich ist. Aber eines ist sicher: er hat blauäugig gehandelt-oder sollte man besser sagen fahrlässig? Zumal es in der Vergangenheit schon des Öfteren zu ähnlichen Vorfällen in Afrika kam. Zum Beispiel im März 2009 bei einem Qualifikationsspiel für die WM zwischen der Elfenbeinküste und Malawi, als es in Abidjan ebenfalls zu einer Massenpanik gekommen war, bei der nach Behördenangaben 22 Menschen starben. Damals hatten Tausende Menschen versucht, ohne Eintrittskarten in das ausverkaufte und bereits völlig überfüllte Felix-Houphouet-Boigny-Stadion zu drängen.
Ich kann nur hoffen, dass die Veranstalter aus diesem Vorfall ihre Lehren ziehen. Ich wünsche mir und besonders dem südafrikanischen Volk, dass diese Weltmeisterschaft reibungslos von der Bühne geht. Denn ich habe das negative, ja fast schon hochnäsige Verhalten einiger „Experten“ gegenüber den „rückständigen“ Afrikanern satt! Zeigt Ihnen und der ganzen Welt, dass man nicht nur in Europa eine solche Großveranstaltung organisieren kann! Ich freu mich darauf- noch vier Tage, dann geht’s endlich los!
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