Ernst genommen werden hat auch seine Nachteile. Das musste der zurückgetretene Bundespräsident Host Köhler erfahren. Er nennt das „mangelnder Respekt vor seinem Amt“. Dabei liegt es einfach daran, dass Menschen wie ich, die Presse, seine Äußerung ernst genommen haben! Das scheint ihm eine ganz neue Erfahrung gewesen zu sein, die er wohl nicht verkraftet hat.
Es geht natürlich um sein – beiläufiges? – Radiointerview zum Afghanistaneinsatz der Bundeswehr – den Wortlaut könnt ihr in dem (sehr polemischen Beitrag von Karl nachlesen). Und was er uns da suggestiv nahelegt- Ja, das kann man aus meiner Sicht nur in aller Deutlichkeit kommentieren: SO NICHT!

Wenn er sich nicht in der Lage sieht, solche Aussagen zu treffen – die in ihrer Heftigkeit und Deutlichkeit für mich einen positiven und hoffnungsvollen Charakter haben – aber mit eindeutiger Zurückweisung der selben durch andere nicht klar kommt- Entweder nimmt er sich selbst nicht ernst (unter dem Motto: „Was gebe ich auf mein Gerede von gestern“?) oder (ich fürchte das ist es) zu ernst (unter dem Motto: „Wie können die es wagen…“). Wusste er etwa nicht, dass er nicht „König von Deutschland“ ist. Es keine Majestätsbeleidigung ist, wenn man seine völlig unakzeptablen „Überlegungen“ rundherum verwirft? Hat er vergessen, dass wir in einer Demokratie leben, in der man auch gegenüber dem Bundespräsidenten – und ich möchte sagen gerade gegenüber ihm, als offizieller Vertreter des Deutschen Volks – seine freie Meinung äußern darf und mehr noch soll!
Ich muss sagen ein solcher Bundespräsident tut gut daran zurück zu treten!
Wie war das zu Beginn seiner zweiten Amtszeit? Da nannte er die „Vitalität der Demokratie“ als eines seiner Hauptthemen! Also Demokratie hört bei ihm auf?
Vielleicht schmollt er auch nur, weil keiner seiner „Koalitionäre“ ihn „in Schutz“ genommen hat. Nicht „Tante Merkel“ nicht Außenminister „Welle“ … Doch zu solch extrem gefährlicher „Wortakrobatik“ haben selbst sie sich nie verleiten lassen. Denn irgendwo MUSS eine Grenze gezogen sein, wo Krieg absolut unakzeptabel bleibt! Und darüber kann und darf man nicht mal so „vor sich hin plaudern“ – nicht als Bundespräsident!
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