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Ballacks WM-Aus und die Hetzjagd auf Kevin-Prince Boateng

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Es war die Meldung der Woche: Unser „Capitano“ Michael Ballack wird nicht an der WM-Endrunde in Südafrika teilnehmen können! Kein anderes Thema hat die Medien in den letzten Tagen so beschäftigt. Nach Ölpest und Euro-Rettungsschirm, die dritte Hiobsbotschaft innerhalb kürzester Zeit-und für viele die Schlimmste…!

Keine Zeitung, keine Internetseite und kein Radiosender, der nicht über das größte Ereignis der deutschen Geschichte seit dem Mauerfall berichtet hätte. Natürlich ist die Verletzung unseres besten Spielers eine sportliche Tragödie in Hinblick auf das anstehende Turnier. Selbstverständlich ist sie auch eine Meldung wert, aber wurde hier nicht etwas übertrieben? Ich selbst bin leidenschaftlicher Fussballfan, dennoch finde ich es unverständlich, dass die Meldung über Ballacks WM-Aus alles andere überstrahlt! Während ganz Deutschland in kollektive Trauer verfällt, herrschen zum Beispiel in Thailand bürgerkriegsähnliche Zustände – nur keiner kriegt es mit!

Wir sind eben ein fussballverrücktes Volk – erst recht in einem Weltmeisterschaftsjahr! In den nächsten zwei Monaten ist jede Meldung aus dem deutschen  Trainingslager wichtiger als jede politische Debatte oder Naturkatastrophe. Daran wird man nichts ändern können.

boateng 300x172 Ballacks WM Aus und die Hetzjagd auf Kevin Prince BoatengWas mich an der ganzen Sache jedoch am meisten stört, ist die mediale Hetzjagd die auf den Verantwortlichen für Ballacks Verletzung, Kevin-Prince Boateng, eröffnet wurde. Sonntag, 16. Mai, englisches Pokalfinale: Der gebürtige Berliner Boateng bucht mit einem harten Foulspiel Ballacks Sommerurlaub und wird zugleich zum Staatsfeind Nr.1 in seiner Heimat.

Der „Brutalo-Treter“ (Bild) ist ein gefundenes Fressen für die deutsche Medienlandschaft. Die Causa Boateng ist eine Geschichte vom guten und vom bösen Bruder, von misslungener Integration und Ghetto-Plattitüden. Die deutschen Zeitungen haben Gefallen daran gefunden, ihn gegen seinen Halbbruder Jérôme auszuspielen. Der Plot ist immer derselbe: Jérôme, der Musterprofi, Kevin, der Gangster. Beide stammen sie aus Berlin, Jérôme aus dem bürgerlichen Charlottenburg, Kevin-Prince aus dem harten Wedding. Beide sind sie hochbegabte Spieler. Während Jérôme, seines Zeichens Profi beim Hamburger SV, einer der kommenden Stars in der deutschen Nationalmannschaft werden könnte, ist Kevin auf der Flucht vor dem System „deutscher Profifussball“ und wird bei der WM für das Land seines Vaters, Ghana, antreten.

Nach seinem kometenhaften Aufstieg vom Berliner Bolzplatz zum Profi in der englischen Premier-League, wagte Boateng 2008, nach einigen Rückschlägen auf der Insel, den Schritt zurück in die deutsche Bundesliga zu Borussia Dortmund. Allerdings hatte er da schon den Stempel als verzogener Ghettojunge aufgedrückt bekommen. In London eher durch ausschweifende Partynächte aufgefallen, wollte er in Dortmund von vorne anfangen. Nach gutem Beginn bei seinem neuen Verein, fiel er jedoch durch zwei Unsportlichkeiten auf, die Moderator Marcel Reif zu der Aussage verleiteten: „Dieser Boateng ist nicht sozialisierbar.“ Boateng kommt bis heute nicht gegen sein Image als „RAMBOateng“ (Bild) an.

Sein hartes Foulspiel gegen Michael Ballack rückt ihn nun erneut in das Licht des zwar talentierten aber eben auch unfairen Spielers, der sein „Ghettoverhalten“ nicht ablegen kann. Diese mediale Hexenjagd ist unglaublich! Fouls, auch übertrieben harte, gehören nun mal zum Fussball dazu! Kevin-Prince Boateng Absicht zu unterstellen ist meiner Meinung nach noch viel unsportlicher! Dass Ballacks Berater mit einer Anzeige droht ( “Meiner Meinung nach handelt es sich bei Boatengs Attacke nicht nur um einen hinterhältigen Tritt, sondern um Körperverletzung mit Ansage“) ist einfach nur lächerlich! Lasst den Jungen seinen Frieden finden und freut euch doch einfach auf einen Sommer voller spannender Fussballspiele! Ob mit oder ohne unseren Kapitän wird die WM ein Fest!

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Eine Antwort zu “Ballacks WM-Aus und die Hetzjagd auf Kevin-Prince Boateng”

  1. Karl sagt:

    mich wundert die Aufregung nicht wirklich. Bei all dem Unsinn den wir z.Z. von unserer “Regierung” geboten bekommen… Da ist Fußball eine klare Sache. Man darf, kann sich aufregen… Und alle sind “glücklich”.
    Und ich stimme dir zu: sicher war das kein vorsätzlicher Angriff auf ein “idol”. Sondern einfach Pech, dumm gelaufen oder wie immer man das nennen will.

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