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Schwule Fussballer?

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Blut, Schweiß, Tränen- Fussball als letzte Bastion der Machos? „Fussball ist ein Sport für echte Kerle und Schwule haben dort nichts verloren!“ Diese Einstellung ist nicht nur veraltet sondern auch homophob!

schwule fussballer 300x126 Schwule Fussballer?Statistisch gesehen, ist bei jedem Spiel mindestens ein homosexueller Kicker auf dem Rasen. Wenn dem so ist, warum kenne ich dann keinen? Frank Plasberg versuchte gestern Abend in seiner Sendung „Hart aber Fair“ die Antwort auf eben jene Frage zu finden. Ist wer sich als schwuler Fussballer outet wirklich unten durch oder sollten die Betroffenen endlich ihr Schweigen brechen?

Ein, wie ich finde interessantes Thema, allerdings konnte die Sendung wenig dazu beitragen. So gelang es der Redaktion nicht einmal einen Vertreter des DFB in die Sendung zu lotsen. Stattdessen verpflichtete man, den für öffentlich– rechtliche Talkrunden unerlässlichen Kasper, der außer Plattitüden nichts Produktives zu dem Thema beizutragen hat, in diesem Falle Claude-Oliver Rudolph.

Ich finde es traurig, dass kein Vertreter des Deutschen Fussball Bundes den Mut hatte, sich diesem Thema zu stellen. Dabei pocht doch DFB-Präsident Theo Zwanziger in fast jedem Interview darauf, dass Schwule seine vollste Unterstützung hätten. Aber dass das Ganze immer noch nicht als normal angesehen wird, zeigte sich zuletzt in der Affäre Amerell. Man hat hier den Eindruck, dass es nicht um sexuelle Nötigung, sondern allein um die sexuelle Ausrichtung der Betroffenen geht!

Ich denke, dass schwuler Fussballer es leider nach wie vor schwer haben, sich offen als solche zu bekennen. Der Grund liegt meiner Meinung nach aber nicht auf dem grünen Rasen (also bei den Mitspielern) sonder eher in den Süd- oder Nordkurven der hiesigen Stadien. Für viele ist der Sport eben eine  reine Männerbastion, in der Homosexuelle nichts zu suchen haben. Aber ich denke, dass diese Deppen immer mehr in Unterzahl geraten!

Die Situation ist vergleichbar mit der des Frauenfussballs. Bis 1970 vom DFB verboten, danach jahrzehntelang belächelt und heute geliebt! Die deutsche Frauennationalmannschaft hat es geschafft, dass die breite Masse ihr zujubelt. Wahrscheinlich lieferten ihre großen Erfolge einen großen Beitrag dazu, aber warum sollte das mit schwulen Spielern anders sein? Im Endeffekt kommt es doch nur darauf an, dass jemand gut spielt. Wer Erfolg hat, wird von den Fans geliebt. Es ist an der Zeit, dass homosexuelle Kicker sich outen! Wenn sich heute auf einen Schlag fünf bekannte Fussballer zu ihrer Homosexualität bekennen, ist das Thema bald das was es sein sollte: kein Thema mehr!

Ich hätte kein Problem damit wenn sich einer meiner Mannschaftskollegen outen würde. Ich hätte eher ein Problem damit, wenn sich jemand daran stören würde!

Die “Hart aber Fair”-Sendung gibts hier

palme 01l Schwule Fussballer?

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2 Antworten zu “Schwule Fussballer?”

  1. ueberdenrand sagt:

    Hallo Seb,
    ich stimme Dir zu, dass Schwule sicher genauso gut oder schlecht spielen wie Heteros. Bestimmt ist Homosexualität kein Grund, nicht in der Liga zu spielen. Aber-
    Ich glaube, dass es unsinnig ist, von diesen entsprechenden Spielern ein „Outing“ zu „erwarten“. Das ist ihre Sache. Zudem ist Fußball – in der Liga – eben kein Freizeitsport; hier geht es um Geld, sehr viel Geld. Wie bei allen „Produkten“ die auf eine entsprechende Nachfrage angewiesen sind, kann man sich (in den seltensten Fällen) seine „Konsumenten“ aussuchen. Daher bestimmen die Fans und die Zuschauer, wen und was sie sehen wollen! Und ich finde das auch Richtig.
    Ich bin davon überzeugt, dass es das „Problem Schwul“ (oder Lesbisch, was sonderbarer Weise auch öffentlich keins zu sein scheint) so gar nicht gibt! Einmal muss nicht jeder Schwule eine entsprechende „Fahne“ vor sich her tragen und zum andern ist es jedem unbenommen, Schwule nicht zu mögen!
    Was soll der Quatsch, dass man heute meint alles müsse von jedem für gut befunden werden! Und man dürfte nicht mehr sagen, wenn einem (selbst, ganz persönlich) etwas nicht passt, ablehnt, ja sogar (in den gesetzlichen, gesellschaftlichen Grenzen) bekämpft. Es ist das Recht eines Schwulen, einer Lesbe Heteros nicht zu mögen, ja sie zu meiden… Und umgekehrt. Und es ist eines jeden Recht, seine sexuelle Ausrichtung publik zu machen, oder eben nicht.
    Heute wird jede persönlich Einstellung, die sich von der Beliebigkeit abhebt, unbesehen als „Diskriminierung“ abgestempelt. Es ist KEINE Diskriminierung, wenn man Schwule nicht mag. Was um alles in der Welt soll das?! Ja, es ist auch das Recht (und das gibt es wirklich) eines Schwulenunternehmers bevorzugt Schwule ein zu stellen; ebenso ist es das Recht anderer Unternehmen dies nicht zu tun. Und beide dürfen das sagen, oder eben nicht! Das gilt auch für Fußballvereine.

  2. seb sagt:

    Ich verlange ja nicht, dass sich jeder Homosexuelle outet, das ist jedem selbst überlassen. Aber wenn Schwule bemängeln, dass sie sich in “Männersportarten” verstellen und verstecken müssen, dann läuft doch etwas schief!? Was hat die sexuelle Orientierung mit sportlichen Leistungen zu tun? Nichts! Und darum geht es im Sport: Leistung! Es MUSS egal sein, ob der Sportler schwul, hetero, weiß, schwarz, groß oder klein ist!
    Natürlich ist es auch jedem selbst überlassen, ob er Homosexuelle mag oder nicht- solange man den nötigen Respekt vor den Menschen wart!
    Und wenn Unternehmen keine Schwulen, Asiaten oder Moslems einstellt, ist das in meinen Augen sehr wohl diskriminierend!
    Im Lexikon heißt es: “Diskriminierung trifft Menschen, die aufgrund eines sozialen Vorurteils als Träger negativer Eigenschaften angesehen werden, zum Beispiel behinderte Menschen, Mitglieder religiöser und ethnischer Minderheiten, aber auch Frauen und Homosexuelle, die in Folge dessen aus sozialen Interaktionsbeziehungen ausgeschlossen und in ihrem sozialen Status abgewertet werden.” Genau das ist doch der Fall, wenn ich einen Menschen nicht nach seiner Leistung bewerte sondern nach Aussehen oder sexueller Orientierung!?

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