Während hierzulande fleißig daran gearbeitet wird, Frauen zurück an den Herd zu „befördern“, will Frankreich Unternehmen per Gesetz verpflichten, mehr Spitzenpositionen mit Frauen zu besetzen.
An Frankreichs Aufsichtsräten haben die Frauen derzeitig einen kläglichen Anteil von 8 Prozent – zuwenig, finden auch die Männer.
Stolze 50 Prozent sollen es laut Gesetzentwurf werden, doch ob sich die ehrgeizigen Pläne durchsetzen lassen, ist mehr als fraglich. Bereits 2006 wurde ein ähnlicher Gesetzentwurf vom französischen Verfassungsgericht abgeschmettert, denn obwohl der Entwurf die Gleichstellung der Frauen fördern will, widerspricht er doch der Gleichberechtigung. Ein interessanter Konflikt, denn obwohl ich durchweg für mehr weibliche Qualitäten im „Big Business“ bin, halte ich auch die Gegenargumente für berechtigt.
„Erzwungene Entwicklungen“ sind selten von Erfolg gekrönt. Veränderungen müssen aus innerer Überzeugung entstehen, sonst sind sie nicht mehr als Handlungsweisungen, die wir sobald als möglich wieder ablegen. Das gilt nicht nur für uns persönlich, sondern auch für politische und gesellschaftliche Phänomene. Solange Frauen nicht selbst „ihren Mann stehen“ und darum kämpfen, in die Spitzenpositionen zu gelangen, solange haben sie es auch nicht verdient. Und wer möchte schon in einem Umfeld arbeiten, dass einem womöglich die Berechtigung der Position aberkennt.
Selbstvertrauen und Anerkennung sind die Basis für gute Führungsarbeit. Doch ein solches Gesetz würde den Frauen ebenso wie den Mitarbeitern das Gefühl geben, den Job nur aufgrund des Geschlechts bekommen zu haben.
Wahrscheinlich wäre es sinnvoller und vor allem nachhaltiger, Frauen in der Ausbildung mehr auf effizientes Selbstmarketing vorzubereiten. Denn was viele Frauen im Arbeitsleben auf den mittleren Positionen stehen bleiben lässt, ist selten mangelnde Kompetenz. Viel mehr tun sie sich häufig schwerer mit der notwendigen Selbstbeweihräucherung, wenn es um Personalentscheidungen geht. Es ist das alte Lied von den weiblichen Tief- und den männlichen Hochstaplern. Im Übrigen halte ich diese geschlechtsspezifischen Merkmale für konditioniert und keineswegs für angeboren. Aber das ist wieder ein anderes Thema.
Dennoch wäre es interessant zu erfahren, ob in Frankreichs (und auch in Deutschlands) Führungsetagen so etwas wie reine Männerclubs herrschen. Es machen ja immer wieder Geschichten von Geschäftsreisen mit Bordellbesuchen auf Spesen die Runde. Hier könnte man davon ausgehen, dass Frauen bewusst aus den Führungsetagen ausgeschlossen werden. In diesem Fall wäre ein Gesetz tatsächlich hilfreich …
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Ich bin da deiner Meinung! Ein Gesetz allein bringt nichts außer Argwohn gegenüber der Vorgesetzen, unabhängig davon ob sie zurecht an der Spitze steht oder nicht. Aber das Umdenken fällt vielen Unternehmen schwer, gerade in den typischen “Männerberufen” wie dem Ingeniuerwesen. Ich befürchte das wird auch noch ein ganzes Weilchen dauern…!
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