Selbst Autor werden: >> zur Registrierung  
>> zur Kurzanleitung
Schon Autor: >> zum Login

Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?

Beitrag empfehlen.

Endlich wieder ein WM-Jahr! Vier lange Jahre des Wartens sind vorbei! Das Schlimmste in den Jahren nach der letzten Weltmeisterschaft war mit ansehen zu müssen, dass Italien sich Fussballweltmeister schimpfen durfte!

Italien, sowie italienische Mannschaften haben zweifelsohne große Erfolge aufzuweisen. Aber dennoch ist der Fussball vom Stiefel wohl einer der unattraktivsten weltweit. Stammtischphilosophen würden Spiele mit italienischer Beteiligung vielleicht als „Spiel für Taktikfreunde“ deklarieren; ich finde sie einfach nur langweilig und mitunter bitter. Der sogenannte Catenaccio ist vielleicht erfolgreich, aber das Ziel des Spieles ist es doch Tore zu schießen! Der typisch italienische Fussball besteht zu 70% darin, 90 Minuten lang zu mauern, um dann kurz vor Schluss mit der ersten wirklichen Chance das entscheidene Tor zu erzielen. Bei den restlichen 30% ist es genau umgekehrt: Früh ein Tor erzielen, um dann mit Mann und Maus zu verteidigen! Ich bitte euch, dass kann es doch nicht sein!?

Es soll jetzt nicht der Eindruck entstehen, dass ich Italien per se nicht mag. Ganz im Gegenteil! Ich mag das Land, die Leute (naja nicht alle, aber dazu später mehr) und natürlich auch das Essen. Aber wenn es um Fussball geht hört die Freundschaft auf! Natürlich hätte ich es gerne gesehen wenn Frankreich 2006 Weltmeister geworden wäre. Aber ich gebe zu, dass ich ungefähr genauso gefeiert habe als Zinedine Zidane dem Herren Materazzi einen vor den Latz gestoßen hat! Warum? Weil er es verdient hat! Glaubt ihr nicht? Dann schaut euch das mal an.

1525794 lazio300 Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?Nicht nur die italienische Spielweise ist mir zuwider, es sind auch die „Fans“, die das Gesamtpaket „italienischer Fussball“ für mich, gelinde gesagt, unattraktiv macht. Viele der Stadien der Serie A sind fest in der Hand von rechtsextremen Ultras. Was in Deutschland ein Problem der unteren Ligen im Osten ist, ist in Italien Alltag in der höchsten Spielklasse: „Was in Italien als normal gilt, wäre bei uns schon die unterste Ecke des Rechtsradikalismus”, so formuliert es der Sportsoziologe Gunter Pilz. Der Faschismus wird in Bella Italia weitestgehend toleriert oder auch einfach nur stillschweigend hingenommen. Davon profitieren die sogenannten Fans und sie können ungestraft ihr faschistisches Gedankengut unters Volk streuen. So zum Beispiel in Turin: Die Anhänger von Juventus Turin wurden von dem nächsten Heimspiel ausgeschlossen, da zum wiederholten Male rechtsextreme Sprechchöre gegen den dunkelhäutigen Spieler Balotelli zu hören waren. Alltag in der Serie A.

Der italienische Fussballverband ist mehr oder weniger bemüht das Problem in den Griff zu bekommen. So wurde die „Fankarte“ eingeführt. Generell dürfen ab dem 1. Januar Anhänger in ganz Italien nur dann mit ihrem Team mitfahren, wenn sie eine Fankarte erworben haben. Dadurch sollen Randalierer schneller identifiziert werden. Doch nicht nur bei den Tifosi kommt dieses Vorhaben nicht sonderlich gut an. Auch diverse Clubchefs kritisieren dieses Vorgehen: “Die Fankarte soll den Tifosi das Leben erleichtern und sie nicht kriminalisieren!“, so Claudio Lotito, seines Zeichens Präsident von Lazio Rom. Dabei sollte gerade Lotito daran interessiert sein das Problem des Neonazismus der Fans in den Griff zu kriegen, sind es doch die Anhänger Lazios die über die Landesgrenzen hinaus als rechtsextrem bekannt sind! Die Irriducibili Lazio, eine der größten Ultra-Gruppierungen Italiens, bekennt sich offen zu Rassismus und Faschismus. So werden gegnerische Fans schon mal mit Bannern mit der Aufschrift „Auschwitz ist eure Heimat, die Öfen euer Zuhause“  begrüßt (geschehen 1999 gegen den AS Rom)! Trotz zahlreicher Geldstrafen und Platzsperren zeigt der Verein so gut wie keine Reaktion. Er ist zu abhängig von seinen Anhängern, um wirklich wirkungsvoll gegen sie vorzugehen. Traurig, aber wahr. Die Frage ist, will der Verein überhaupt gegen das Verhalten vorgehen? Die Tatsache, dass man mit Paolo di Canio, selbst Mitglied bei Irriducibili Lazio, jahrelang einen Spieler unter Vertrag hatte, der Tore gern mal mit dem römischen Gruß zelebriert, spricht nicht wirklich dafür!

Solange die Vereine das Verhalten ihrer Fans und Spieler tolerieren, wird sich nichts ändern. Anstatt über irgendwelche stumpfsinnigen Regeländerungen, sollte auch die FIFA mal über drastische Strafen gegen den italienischen Verband nachdenken! Ich plädiere für den Ausschluss Italiens von jeglichen internationalen Wettbewerben, bis das Problem gelöst ist oder zumindest ehrlich bekämpft wird! Außerdem bliebe uns so unansehnlicher Fussball erspart…

Eine WDR-Reportage über den ital. Fussball gibt es hier zu sehen.

Mehr zur aktuellen Platzsperre gegen Juventus Turin und die Dämlichkeit des zuständigen Richters gibt es bei altravita.com

palme 01l Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?

Share and Enjoy: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • misterwong Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?
  • yigg Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?
  • webnews Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?
  • alltagz Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?
  • bloglines Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?
  • google Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?
  • ask Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?
  • facebook Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?
  • yahoomyweb Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?
  • linkedin Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?
  • live Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?
  • twitter Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?
  • delicious Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?
  • technorati Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?
Tags:, , , , , , , , , , , , , ,

Verwandte Artikel

Tags: , , , , , , , , , , , ,

2 Antworten zu “Italienischer Fussball: Catenaccio und Faschismus!?”

  1. ItalienDeutschland sagt:

    Hallo erstmal!
    ich würde gerne diesen Artikel ausführlich kommentieren, denn ich kann vielleicht ein allgemeineren Blick abgeben, da ich jeweils in Italien und Deutschland gewohnt habe!

    Ich finde, dass dieser Artikel nicht nur disinformiert sondern bewusst ein schlechtes Bild propagandieren möchte, was auf spezifische Fakten basiert die komplett verallgemeinert werden. Wir reden nicht nur von Stereotopysierung und wiederholung der üblichen Clichés, sondern auch über disinformation.

    Diese Erörterung des Italienischen Fußballs ist komplett einseitig und bietet nicht die Information die der Wahrheit entspricht. Ich glaube nicht das es nötig ist den italienischen Fußball zu verteidigen denn ich würde nur auf eine Mauer überzeugter Meinungen stoßen. Doch diese Meinungen entstehen zum größtenteil durch das lesen von lokalen Medien und anderen, schon geformten, Meinungen.
    ich kann also nur meine objektive Meinung abgeben, mit de hoffnung auf verständnis zu stoßen:
    Ich habe das Glück (für viele vielleicht auch Pech) gehabt Spiele der Serie A im Stadion anzuschauen. In San Siro, Marassi, Olimpico di Roma. Ich habe nie eine krawalle, einen rassistischen Chor oder bin jeh auf Faschisten gestoßen. Ihre Aussage der Faschismus würde hier tolleriert werden, hat wenig mit Fußball zu tun, sondern ist eine Soziologische Aussage, die Sie nicht beweisen können. Die Minderheit die faschistisch eingestellt ist, erlaubt sich das nur weil, im gegensatz zu Deutschland, Italien eine Revolte gegen den eigenen faschismus gestartet hat. Und in einem demokratischem Land muss leider jede Meinung tolleriert werden, vom felsenfest überzeugtem Komunisten (der genauso viele Menschenleben hat wie der Faschismus) bis zu erbittertem faschisten. Mir wäre es auch lieber diese extremen Einstellungen würden der Vergangenheit angehören, doch leider gilt nicht nur meine persönliche moderate Ideologie.
    Der italienische Verband hat Teams die Chore gegen Mario Balotelli gesungen hat, bestraft. Würden sie jedoch die italienische Sprache beherschen würden, wie ich die deutsche, würden sie auch italienische Zeitungen lesen: da stand nähmlich drin, das Balotelli nicht wegen seiner Hautfarbe, sondern wegen seinen Eskapaden und Provokationen der gegnerischen Fans angegriffen wurde.
    Ausserdem sprechen sie von faschistischen Tolleranz in Italien, sie zitieren hedoch nur Lazio Rom. Die italienische Serie A besteht aus 20 Teams, der großteil davon ist politisch neutral eingestellt.
    Der Catenaccio wurde vor der Kriegszeit erfunden und ist längst überholt. Das den italienern taktisch keiner was vor macht ist auch bewiesen, indem zahllose italienische Trainer erfolgreich im Ausland in den besten Ligen der Welt Trainieren. Aber naja, dieses Clichés des defenisven Spiels (Deutschland-Italien 2-0 in der 2006er Wm mit 4 italienischen Spitzen in der Nachspielzeit) wird wohl nie vergessen werden.
    Das ihrer Meinung nach der italienische Fußball unansehbar ist, sollte kein Problem dartsellen, da ja die Serie A in Deutschland nicht ausgestrahlt wird.

    Ich versuche seit Jahren diesen erbitterten deutschen Kampf richtung Italien (nciht nur im Fußball) zu bekämpfen, aufzuklären, doch ich komme mir so vor als würde ich nie weiter kommen. Liegt wohl an die unparteischen Deutschen Medien oder dem allgemein Bild das schon zu fest in der Bevölkerung gemeißelt ist. Italien ist nicht nur das Land des guten Essens und der Sonne. Hier zu Lande wird auch Technologie und Mechanich entwickelt die zur besten der Welt gehört. Nicht alle italiener arbeiten schlampig sind faul und Sonnen sich. die Lombardei ist reicher als jedes Deutsche Bundesland.
    Ich erwarte auch nicht, dass ein fremdes Land versteht wie kompliziert Italien Soziologisch, Politisch, Wirtschaftlich und Idealistisch aufgestellt ist, das versteht der italiener ja selber wahrscheinlich auch nicht.

    Aber ich verlange und erfordere Respekt für ein Land das großes für die Menschheit geleistet hat und täglich mit strukturellen Problemen zu kämpfen hat.

    Viel Spaß bei der WM, ich werde die italienische und die deutsche Flagge in einer Hand schwenken.

  2. seb sagt:

    Sie lesen in italienischen Medien, dass Balotelli wegen seines Verhaltens angegriffen wurden. Dem widerspricht der Spieler selbst und auch im deutschen Fernsehen kann man die Affenrufe hören. Pfiffe und Affenlaute sind zwei verschiedene Sachen, die man auch in hiesigen, ihrer Meinung nach voreingenommen Medien unterscheiden kann! Jüngstes Beispiel der rassistischen Entgleisung: Calgiari gegen Inter. Und was machen die Vereine bitte gegen so etwas? Der Verein besitzt in seinem Stadion Hausrecht und kann z.B. das Zeigen von faschistischen Symbolen verbieten, wie es in der Bundesliga gang und gäbe ist! Die Sicherheitslücken sind offentsichtlich, siehe das EM-Qualispiel Italien-Serbien: wie kann ein serbischer “Fan” unbemerkt ein Messer ins Stadion einschmuggeln, um dann seelenruhig und ungestört das Ballnetz durchschneiden?
    Natürlich gibt es den Catenaccio in der ursprünglichen Form so nicht mehr und ja, ital. Mannschaften sind taktisch sehr gut, aber dennoch ist es unansehnlicher Fussball. Bestes Beispiel war das diesjährige CL-Halbfinale zwischen Barca und Inter. Klar, Inter hat gewonnen, aber die Art und Weise war höchst langweilig und unansehnlich. Eine Taktik in der ein Samuel Eto’o linker Außenverteidiger spielt, kann ich als Fan des schönen Spiels nicht gut finden. Meine Meinung.
    Ich habe darüber hinaus niemals behauptet, dass Italiener schlampig und faul sind! Ihre Anschuldingen, dass ich keinen Respekt vor dem Land hätte ist schlichtweg falsch. Ich mag Italien, aber eben nicht den italienischen Fussball.

Hinterlasse eine Antwort


Anfang Googel Servises
Benutzerdefinierte Suche


Ende Google Servises