Blair sieht sich scheinbar nicht in der Verteidigungsposition. Nein, er gehört zu denen, die derartige Vorwürfe nicht (be)kümmert.
Für ihn ist die Unfasslichkeit des 11 September 2001 die Rechtfertigung, weil sie – wie wohl bei uns allen – die Risikowahrnehmung verändert hat. Eine Reaktion war vielleicht unvermeidlich. Aber: ist es erlaubt „irgendeine“ Bedrohung durch Krieg ausschalten, nur weil wir die tatsächliche Gefahr der Taliban nicht durch Krieg lösen können?! – denn weder hatte der Irak die vermeintlichen Massenvernichtungswaffen, noch hatte er etwas mit den Taliban zu tun. Sadams „Pech“ war, dass er sich gerade zu diesem Zeitpunkt als Gegner „anbot“.
Diese Frage hat Blair mit „Ja!“ beantwortet! Er wollte Handelnder und nicht Zuschauer sein; das ist Rechtfertigung!? Und wenn ich manche ‚Meldungen‘ dazu lese, scheint dies keiner bemerkt zu haben. Zuweilen macht es den Eindruck (siehe Welt Online) dass Medien ob dieser Unverfrorenheit der Verschleierung, eine gewisse Bewunderung hegen. Für mich unfasslich!
Zusammen gefasst: Die Begründungen die gegeben wurden sind völlig beliebig gewesen; waren nur für die dumme Öffentlichkeit die nicht zu der Einsicht fähig war, dass es besser ist einen Krieg gegen den „Erstbesten“ zu führen, als keinen – auch wenn damit die Bedrohungslage, nicht nur nicht kleiner, sondern noch verstärkt wird.
Ja, das nenne ich bewunderungswürdige Politik.
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