Angeführt von französischen Parlamentariern, mehren sich europaweit die Stimmen die sich für die Einführung der 1-Euro-Banknote aussprechen. Ich frage euch, ist das wirklich notwendig?
Der wohl prominenteste Fürsprecher ist Louis Giscard d’Estaing, der Sohn des früheren französischen Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing. Für ihn hat die Einführung nur Vorteile: “Der Ein-Euro-Schein würde nach dem Vorbild des Ein-Dollar-Scheins die internationale Stellung des Euro stärken”, so äußerte sich der Präsidentensohn in der SZ. Natürlich kann ein Schein besser in andere Währungen getauscht werden als die Münze, und ja, er ist auch leichter. Aber reicht das an Argumenten? Ich sage nein! Die Umstellung von Münze auf Schein würde Unmengen an Geld verschlingen, wie übrigens auch bereits die EZB 2008 bemerkte. Ob die daraus resultierenden Vorteile für die Euro-Zone diese Kosten rechtfertigen, wage ich zu bezweifeln. Ich glaube im Gegensatz zu d‘Estaing nicht, dass dadurch mehr Touristen nach Europa strömen würden.
Vielleicht übersehe ich aber auch nur einfach, dass die Politiker sich um ihre Bürger sorgen: soll sich der gemeine Wähler eventuell in Zeiten der Krise “reicher fühlen”, da ein Bündel Scheine eben mehr her macht als klimperndes Hartgeld? Guter Gedanke aber Moment, Politiker denken an das Wohl ihrer Schäfchen? Nee, das kann nicht der Grund sein! Wenn man bedenkt, dass sich in d’Estaings Wahlkreis die Druckerei der französischen Nationalbank befindet, wird das ganze Vorhaben wieder in ein anderes Licht gerückt…
Abgesehen von den Kosten und dem riesigen Aufwand, den ein solcher Wechsel verursachen würde, gibt es noch andere Gründe sich gegen den Euroschein auszusprechen. Da man an Geldautomaten sowieso nie die Stückelung erhält die man braucht, befürchte ich, dass diese bald 1-Euro-Scheine en masse ausspucken. Ich will am Automat schnell und unkompliziert Bargeld abheben und nicht einen Jackpot knacken! Und nicht nur das: Denkt doch auch mal an die ganzen überforderten Rentner, die verzweifelt versuchen werden, den Schein in den Einkaufswagen zu stecken! Dadurch würden sich elend lange Schlangen vor den Geschäften bilden. Das Resultat wären Unruhen und womöglich würde auch die ganze öffentliche Ordnung zusammenbrechen! Das 1-Euro-Schein-Chaos.
Aber jetzt nochmal im Ernst: Wer braucht einen 1-Euro-Schein? Nur weil die Dollarnote erfolgreich ist, sollen wir jetzt nachziehen? Es hat sich schon oft gezeigt, dass es nicht nur Vorteile hat den Amerikanern zu folgen. Seit zehn Jahren haben wir jetzt die Euromünze und sind damit gut zurecht gekommen, also lässt sie doch am Leben!
Weitere Meinungen gibt es hier und hier. Eine Umfrage zum Thema gibts bei den Grenzgängern

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Tags: 1-Euro-Schein, amerika, d'Estaing, EU, Euro, Geld, wähler















Dein Zitat:
“Da man an Geldautomaten sowieso nie die Stückelung erhält die man braucht, befürchte ich, dass diese bald 1-Euro-Scheine en masse ausspucken.”
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Schon mal länger in den USA gelebt? Ich schon. Und wenn ich dort 200$ haben wollte, hat kein Automat 200 einzelne 1$ mir entgegengespuckt. Außerdem: Wozu gibt´s Kreditkarten?
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Hey david,
also die zitierte Stelle ist, genau wie die Rentner, eher mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Ich will damit lediglich sagen, dass es für mich kein sinnvolles Argument für die Einführung eines Scheines gibt!
Und was du mir mit den Kreditkarten sagen willst, hab ich auch nicht so recht verstanden. Klar, sie sind praktisch, aber trotzdem muss man am Automaten Bares ziehen. Ich glaub kaum, dass du beim Bäcker mit Karte bezahlen kannst
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Wieso läuft es eigentlich immer auf Schein ODER Münze raus?
Geht doch auch beides! Dann ist kein Einziehen von Münzen notwendig und die Kosten bleiben im Rahmen. Wenn da mal nicht wieder irgendeine Lobby befürchtet, dass den Konsumenten der Schein schwerer aus der Tasche zu locken ist…
By the way: Ich kann mich auch noch erinnern, dass es mal 5-Mark-Scheine UND Münzen gab. Was man damals für einen 5-Mark-Schein bekommen hat kostet heute doch wohl nicht etwa 5 Euro, oder?
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