Es war lange still um sie, zumindest in Deutschland, und das wie ich meine, auch zurecht. Doch langsam aber sicher, erschleicht sie sich den Weg zurück in das amerikanische Bewusstsein. Sarah Palin ist nicht nur zurück in der Öffentlichkeit, sondern sie ist nahezu omnipräsent. Die ehemalige Gouverneurin von Alaska lässt im Moment so gut wie keine Möglichkeit und kein Medium aus, sich wieder ins Gespräch zu bringen.
Bekannt wurde die Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin vor allem durch Missgeschicke und unbeholfene, ja schon peinliche Auftritte. Als angehende, zweitwichtigste Person im Staat sollte man auch wissen, wie die Welt außerhalb des „American Way of Life“ aussieht. Das musste auch Sarah Palin einsehen und hatte sich damals, ein Jahr vor der US-Wahl, ihren ersten Reisepass ausstellen lassen. Gut, ein Dokument allein macht jemanden nicht zum begnadeten Außenpolitiker und genau das bewies Palin immer wieder eindrucksvoll während des Wahlkampfes. In dem legendären CBS-Interview mit Catie Couric bewies die Politikerin einmal mehr, dass sie keinen Dunst von Weltpolitik hat. Jeder erkannte dies, nur sie selbst wollte es nicht wahrhaben. Sie war doch allen Ernstes der Meinung, dass sie außenpolitisch gut informiert sei, da „Alaska nun mal an Russland grenzt“ und „Russland wirklich ein großes Land ist“. Hmm, leuchtet ein! Das ganze Interview über wirkt sie sehr nervös, unsicher und einfach überfordert. Selbst auf die Frage welche Zeitungen sie liest, kann sie keine Antwort geben. Stattdessen druckst sie herum und gibt an „sehr viele“ Zeitungen zu lesen, ohne jedoch im Stande zu sein auch nur eine namentlich zu nennen.
Aber das war bei weitem nicht der einzige Fehltritt, den sich Palin während des Wahlkampfes leistete. So gab sich ein kanadischer Radiomoderator als Nicolas Sarkozy aus und schaffte es ohne Probleme die damalige Gouverneurin an den Hörer zu bekommen. Auch nach mehreren Hinweisen merkte sie nicht, dass sie sich vor einem Millionenpublikum zum Affen macht. Hinzu kommen noch unzählige Peinlichkeiten wie die Tatsache, dass Miss Palin nicht wahrhaben wollte, dass Afrika eine Kontinent und kein Land ist! Oh mein Gott! Ich danke dem amerikanischen Volk jeden Tag, dass diese Frau nicht die Stellvertreterin eines alten, angeschlagenen Präsidenten McCain wurde!
Aber wer gehofft hat, dass S.P. ebenso schnell wieder von der politischen Bühne verschwindet, wie sie darauf erschien, wird enttäuscht. All ihre Bemühungen sich zurück in das Gedächtnis der Amerikaner zu rufen, lässt mich Schlimmes befürchten: Will sie vielleicht doch ihre Drohung wahr machen und 2012 als Präsidentschaftskandidatin antreten? Die als Wahlkampftour inszenierte Lesereise ihrer Autobiographie, ein Auftritt in der angesagten Talkshow von Oprah Winfrey und nicht zuletzt ein neuer Job als Kommentatorin bei FOX News dienen schließlich einzig und allein dazu, ihr angekratztes Image zu polieren. Wie ich meinem Artikel „War on FOX“ schon zeigte, kennt sich der TV-Sender mit Propaganda ja bestens aus!
Der neueste PR-Coup ist eine Homestory im Klatschmagazin „InTouch weekly“. Palin möchte sich als bodenständigen Familienmenschen darstellen, genauso wie es das erzkonservative, republikanische Klientel erwartet. Verdammt, sie macht wirklich ernst!
Uns bleibt zu hoffen, dass das amerikanische Volk nicht so schnell vergisst und sich nicht von Fotos in Hochglanzmagazinen blenden lässt! Es ist zwar noch Zeit bis zur nächsten Wahl, aber eines steht jetzt schon fest: Sarah Palin als Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika wäre ein Katastrophe- für die ganze Welt!

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Tags: alaska, american way of life, amerika, cbs interview, FOX, nicolas sarkozy, Propaganda, sarah palin, wahl















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