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Burkaverbot in Frankreich und Sharia-Polizei auf Sumatra

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Wenn es nach dem Willen des französischen Parlaments geht, sollen muslemische Frauen im Ganzkörperschleier von öffentlichen Dienstleistungen ausgeschlossen werden! Ist eine solch drastische Maßnahme legitim?

Ich meine: JA. Nicht um Muslime aus zu schließen, zu bestrafen oder was es sonst sein könnte. Nein, weil ich es für legitim, vielleicht sogar notwendig halte, GERADE im Zeichen der Globalisierung, die grundlegende Staatenidentität und kulturelle Basis zu schützen. Es muss erlaubt sein kulturelle Prämissen zu formulieren, die auch staatlich gefördert werden!

Aber – und dies sei mit aller Deutlichkeit gesagt – das gilt für alle! So ist es auch legitim, dass etwa in Sumatra eine Scharia-Polizei auf die Einhaltung ihrer Normen achtet!

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4 Antworten zu “Burkaverbot in Frankreich und Sharia-Polizei auf Sumatra”

  1. seb sagt:

    Für mich ist das absolut nicht nachvollziehbar! Jeder sollte doch so leben dürfen wie er es möchte und nicht wie man es ihm vorschreibt-egal wo! Natürlich sollte man sich der Kultur des Gastlandes anpassen und z.B. nicht zum FKK nach Saudi-Arabien fahren.
    Aber wenn man soweit geht, das Tragen von Schleiern im öffentlichen Nahverkehr zu verbieten, ist das ein Rückschritt in längst vergessen geglaubte Zeiten! Das ist keine Wahrung von Kulturgut, sondern Diskriminierung! Das errinnert an Zeiten, in denen Afro-Amerikaner in den USA nur bestimmte Plätze in Bussen besetzen durften…
    Ebenso möchte ich meine Freundin an der Hand halten dürfen, ohne von bewaffnten Religionspolizisten niedergeprügelt zu werden!

  2. karl sagt:

    Wie kann es anders sein: das Beispiel mit den Afro-Amerikanern. Das macht sich immer gut und sichert die Zustimmung der meisten – was auch richtig ist. Nur es hat nichts mit dem von mir vertretenen zu tun!
    Ja, in Deinem Kommentar kommt der ganze Miesere zum Ausdruck!: „Jeder soll leben dürfen wie er möchte…“. Und SO hast Du es wohl nicht gemeint. Das wäre Nihilismus. Ich gehe davon aus, dass Du das nicht ernstlich meinst, als vielmehr, dass das was für Du akzeptabel und tolerierbar ist, auch für alle anderen so zu sein hat! Das bedeutet letztlich Beliebigkeit – nichts anderes!
    Genau dabei sehe ich das Problem, mehr die Gefahr. Es ist nicht nur sinnvoll, sondern auf Dauer für eine Gesellschaft überlebenswichtig, dass die Regeln nicht beliebig sind, von irgendwelchen Tagesempfindungen (oder garkeinen) abhängig sind, sondern von der Kulturgeschichte des jeweiligen Landes.
    Natürlich möchte ich auch in Sumatra meine Frau an die Hand nehmen dürfen… Aber, es ist ein Land, in dem die Sharia zum Leben gehört: also habe ich mich, wenn ich mich dort aufhalte, lebe AUS RESPEKT vor dieser Gesellschaft und den Menschen angemessen zu verhalten!

  3. seb sagt:

    Natürlich gibt es gewisse Regeln an die man sich halten muss, damit ein gemeinschaftliches Leben möglich ist. Diese Regeln sollten auf dem gesunden Menschenverstand fußen, etwa dass man niemanden vorsätzlich umbringt/verletzt, klaut usw. Vllt wirst Du jetzt sagen, dass wären einige der 10 Gebote des Christentums und damit unserer Kultur. Ja, aber diese Regeln gelten in jeder anderen Religion auch und somit in jeder Kultur.
    Die von Dir angesprochenen Regeln beziehen sich nicht auf notwendige Normen zum friedlichen Zusammenleben, sondern auf dem Beharren “seiner” Religionen. Genau dieses Beharren jedoch ist kontraproduktiv: man wird reduziert auf seinen Glauben und wenn man nicht das gleiche glaubt wie die Mehrheit (oder eben die Machthaber) wird man ausgeschlossen wie in Frankreich oder schlimmer. Auch die viel gelobte Laicité wird in Frankreich nicht rigoros angewandt: Frauen mit Schleier dürfen nicht in den Bus, Frauen mit einem Kreuz um den Hals aber schon.
    Natürlich sollte man seinen Glauben und seine Kultur nicht aufgeben, aber durch solches Verhalten wie in Frankreich und Sumatra verschließt man sich gegenüber anderen und kürt seine Denkweise zur einzig anerkannten! Genau DAS ist seit Jahrhunderten das Problem zwischen den Religionen.
    Ein Moslem kann z.b. sowohl seine Religion offen zeigen, als auch die Kultur Frankreichs, usw. achten und respektieren. Warum kann das Land dann nicht seine Religion tolerieren? Es scheint, als gäbe es immer nur das Eine richtige, je nachdem wo man sich auf der Welt aufhält. Das ist doch verrückt.

  4. karl sagt:

    Das klingt wieder sehr schön Seb! Scheinbar so herrlich einleuchtend, geistig kuschelig. Aber ist das so, wenn man die einfachen Ideechen, mit denen uns seit Jahrzehnten die US-Arme beglückt und das Fundament so vieler völlig unsinniger Kriege war (und ist) bei Seite lässt?!
    Ich meine Ganz im Gegenteil! Unsere Unfähigkeit Normen anderer einfach zu respektieren, und damit ernst zu nehmen, ist es was die Kriege und all das Leid ausbilden, Konflikte eskalieren lässt und der Nährboden wirklicher Intoleranz ist!
    Für mich ist diese Position „alle sollen überall alles tun dürfen“ – was nicht gerade einen andern physisch umhaut – bestenfalls naiv, aber eigentlich das westliche Gegenstück zum islamischen Fundamentalismus. Ich weiß, das ist starker Tobak und nicht ganz ernst gemeint. Dennoch, genau diese Vorstellung rechtfertigt jedes Vorgehen, gegen jeden, der einem nicht das machen lässt, was man selbst als Freiheit definiert hat – und was Freiheit ist wird innerhalb einer Gesellschaft definiert! Und ich sage: das Sein behüte uns vor einer Welt, in der es hier keine Unterschiede mehr gibt.
    Es mag sein, dass das geplante Gesetz in Frankreich, über das Ziel hinaus schießt; aber das ethische und soziale Recht solches zu tun haben sie! Und genau so haben sie in Sumatra das Recht ihre Sharia im eigenen Land durch zu setzen! Welch absurde Vermessenheit ist es, wenn Du deine Vorstellung von Freiheit (nichts anderes ist es) allen anderen als die „absolute Erkenntnis“ servierst?! Das nenne ich INTOLERANZ!

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