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Stadtmarketing: Der Tod kultureller Vielfalt

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elbphilharmonie 150x150 Stadtmarketing: Der Tod kultureller Vielfalt

Im Fahrwasser des kulturellen Stadtmarketings geht die kreative Vielfalt zugunsten von Megaevents und Prestigebauten wie der Elbphilharmonie unter

Im Fahrwasser des Bestsellers „The Rise of the Creative Class“, in dem der US-Ökonom Richard Florida vorgerechnet hat, dass nur die Städte prosperieren, in denen sich die “kreative Klasse” wohlfühlt, konkurrieren die Metropolen heute darum, eben diese “kreative Klasse” anzuziehen. Kultur bildet dabei den entscheidenden Wettbewerbsvorteil in der globalen Städtekonkurrenz um kreatives „Humankapital”.

Nun hätte man erwarten können, dass dieser Umstand zu einer wünschenswerten erhöhten Wertschätzung von Kultur in der Wirtschaft, bei Politikern und Stadtentwicklern führen würde. Doch mitnichten, vielmehr werden Kunst, Kultur und kreative Kulturschaffende vor allem einseitig als öffentlichkeitswirksame Imageproduzenten instrumentalisiert. Kultur ist zum unentbehrlichen Bestandteil städtischer Marketingstrategien geworden. Kaum eine Stadt verzichtet heute darauf, ihre kulturellen Potenziale ins rechte Licht zu rücken, kaum eine Woche in der Kulturmetropole vergeht ohne touristisches Megaevent. Ob Berlin, London, Hamburg oder Barcelona, sie alle werben mit ihren Museen und Konzerthäusern, mit Festivals und Langen Nächten, mit Gay-Paraden oder Szenevierteln.

Diese Form der Stadtpolitik bedeutet nicht nur eine Zunahme von Touristenströmen und stärke Umsätze für Hotellerie und Handel: Mit dem Ziel, einen städtischen Kulturraum zu schaffen, der sich optimal vermarkten lässt, verlagert sich die Förderung weg von kleineren Kulturvorhaben, hin zu großen Prestigeprojekten wie z. B. die geplante Elbphilharmonie in Hamburg. In einer wettbewerbsorientierten Strategie werden image- und gewinnträchtige Kulturprojekte und Einrichtungen gegenüber neuen oder experimentellen Kulturangeboten bevorzugt. Letztendlich geht diese Strategie also zu Lasten der kulturellen Vielfalt und den alternativen, kritischen Kulturangeboten, der eigentlich anzuziehenden Kreativen und freien Kulturschaffenden, die es oft schwer haben sich durchzusetzen, da sie mit ihrem Angebot eben kein Massenpublikum ansprechen.

Es wird Zeit sich wie im Manifest „Not In Our Name – Marke Hamburg“ der Hamburger Künstlerinitiative “Komm in die Gänge” gegen diese Form der unternehmerischen Stadtpolitik und die Vereinnahmung von Kunst und Kultur im entsprechenden Stadtmarketing  auszusprechen, bevor wir uns nicht in kreativen Metropolen sondern in homogenen Disney-Städten wieder finden.

Bild: Elbphilharmonie von André-Pierre, Lizenz: CC

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