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Mehr Protest von Praktikanten!

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In der letzten Zeit hörte man nicht mehr viel von der Generation Praktikum. In den Jahren 2006 und 2007 war sie DAS Thema in den Medien, von allen Seiten wurde eine Stärkung der Rechte von Praktikanten gefordert. In einen echten Protest gegen die Ausbeutung oder gar in eine klare gesetzliche Regelung mündete die öffentliche Empörung allerdings nicht.

Doch die Krise und die Entwicklungen der deutschen Hochschullandschaft machen das Thema aktueller denn je: Die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-jährigen ist seit November 2008 Um mehr als ein Viertel gestiegen. An die 290.000 Hochschulabsolventen drängten im Jahre 2008 auf den deutschen Arbeitsmarkt, doch nur ein Drittel der 18- bis 34-Jährigen findet nach Ausbildung oder Studium direkt einen festen Job.

Die Großzahl der Berufseinsteiger hangelt sich von Praktikum zu Praktikum und hat die Situation als den normalen Weg in die Arbeitswelt hingenommen. Mit Bilderbuch-Vita, hervorragenden Abschlussnoten, Auslandserfahrung und praktischen Kenntnissen als volle Arbeitskraft eingesetzt und dennoch unbezahlt, klammert sie sich an die Hoffnung, das Praktikum werde zur Eintrittskarte in die – zumindest befristete- Anstellung. Doch der erhoffte Arbeitsvertrag folgt nur selten.

Was hilft es da, durch die Rahmen des Bologna-Prozesses eingeführten Bachelor-Abschlüsse die Studiendauer zu verkürzen?  Zwar können bzw. sollen die Studenten statt wie bisher nach 8-9 Semestern nun schon nach 6 Semestern die Hochschulen verlassen, doch was bei dieser Verkürzung vor allem herauskommt ist die oberflächliche Behandlung des Stoffes und fehlende Zeit für die benötigen Praktika und Nebenjobs während des Studiums. Am Ende drängen die Absolventen auf einen Arbeitsmarkt, auf dem sie als quasi nur halbfertige Akademiker ohne praktische Erfahrung noch weniger Chancen haben. Wäre es nicht viel sinnvoller Praktika als verbindlichen Ausbildungsbestandteil in die Studienordnungen aufzunehmen, in die Regelstudienzeit einzuberechnen, und für diese tatsächlich sinnvolle praktische Vertiefung des Gelernten eine BAföG-Förderung möglich zu machen?

Die aktuellen Studenten- und Praktikantenproteste sind angesichts dieser Zustände nicht nur nachvollziehbar, sondern gehen gar nicht weit genug. Es bleibt zu hoffen, dass die Generation Praktikum, die sich bisher eher als angepasst, leistungswillig und widerstandslos gezeigt hat, endlich wirklich aufbegehrt, denn eins hat die letzte Zeit gezeigt: Wer sich nicht wehrt, kann trotz großer Unterstützung seitens der Öffentlichkeit und der Medien keine Veränderungen herbeiführen.

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