Es ist nun wahrlich kein neues Phänomen, aber dennoch wird über kaum ein Format, seit seinem erstmaligen Erscheinen auf dem Bildschirm, dermaßen diskutiert: Reality-TV. Es gibt es in verschiedenen Formen und die meisten haben eines gemeinsam, sie sind weitestgehend niveauarm. Der vermutlich bekannteste Produzent solchen „Bildungsfernsehens“ ist Endemol. Mit dem weltweiten Erfolg von „Big Brother“ läutete die Produktionsfirma ein neues Zeitalter der „Fernsehunterhaltung“ ein.
Auf dem Gipfel des Realitywahnes planen die Macher des englischen „großen Bruders“ nun eine neue Staffel, in der Kriegsversehrte auftreten sollen. Man suche derzeit nach Soldaten, die im Irak- oder Afghanistankrieg ein Arm oder Bein verloren haben. Die Produzenten argumentieren, dass man auch isolierte Gesellschaftsgruppen ansprechen wolle. Klingt gut, ist aber nichts anderes als Voyeurismus! Abgesehen davon, dass Soldaten wissen was auf sie zukommt wenn sie in den Krieg ziehen, wird ein solches Format wohl kaum zum Umdenken bezüglich Kriegseinsätzen in der Bevölkerung oder gar Politik führen!
Da das alltägliche schnell zu langweilen droht, sind die Fernsehanstalten ständig auf der Suche nach neuen Extremen. Das ganze System basiert auf der Tatsache, dass es leider vielen schlecht geht wenn sie jemanden sehen, dem es besser geht und dass sie sich umso besser fühlen wenn es jemand anderem schlechter geht; kurzum einer Mischung aus Neid und Egoismus. Deswegen würden warscheinlich auch viele diesen Mist anschauen!
Endemol hat natürlich mehrere Pferde im Stall, jedoch ähnelt eines dem anderen.Zweifelhafte Berühmtheit erlangte das Unternehmen, neben „Big Brother“, auch mit der, im Frühjahr 2007 veröffentlichten Ankündigung einer neuen Gameshow. In „Der grote Donorshow“ (zu deutsch: die große Spendershow) sollten drei Kandidaten um einen Hauptgewinn streiten. Hier ging es allerdings nicht um ein Auto, eine Reise oder ähnlichem, sondern um die Spenderniere einer tot kranken Frau! Zwar stellte sich recht bald heraus, dass das ganze nur eine Täuschung ist, die Kranke eine Schauspielerin, doch ändert das wenig an der Perversität dieses Konzeptes!
Wie sehr man solche Formate jedoch verabscheuen mag, muss man einsehen, dass (viel zu) viele Menschen so etwas sehen wollen. Gäbe es keinen Markt für solch eine voyeuristische Schadenfreude, würden die Sender so etwas auch nicht senden!
Der gemeine Zuschauer liebt es aber, dass Privatleben anderer zu beobachten, zu sezieren und zu bewerten. Leider. Im Grunde ist das nichts anderes, als das was Millionen von Rentnern tagtäglich, gestützt auf einem Kissen, von ihrem Fenster aus machen…
Hier gibts Meinungen zur Spendershow und welche zu dem neuen Big Brother Format

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Tags: Big Brother, Endemol, Fernsehen, Gesellschaft, LEUAS, Medien und TV, meinung, mensch, News, Niveau, Reality-TV, Voyeurismus















Ich dachte ja mit der RTL II Show “Extrem schön”, in der Frauen öffentlich mit Rundum-Schönheitsops getuned wurden, wäre bereits der absolute Tiefpunkt des Reality-TVs erreicht gewesen. Aber das klingt ja wirklich noch grauenhafter. “Extrem schön” ist soweit ich weiß, wieder abgesetzt worden. Manche dieser Frauen sahen leider auch aus wie Kriegsverletzte, wobei die eher im Krieg mit ihrem Selbstbewusstsein waren. Bleibt zu hoffen, dass dieses neue Format ebenfalls schnell wieder vom Bildschirm verschwindet …
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[...] und man wurde fündig: Reality-TV. Über Formate wie Big-Brother habe ich mich ja schon in einem früheren Beitrag [...]
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