Heutzutage sind viele Menschen, ja fast schon übertrieben, ängstlich. Wo man auch hinschaut, man blickt in angsterfüllte Gesichter. Zugegeben, sind ja auch schwierige Zeiten: Die Weltwirtschaft ist am Boden, das Klima im Eimer, der Islam auf dem Vormarsch und Jacko tot – wahrlich kein Zuckerschlecken!
Auch wir Deutschen sind bekannt dafür, uns gerne zu fürchten. So existiert etwa der, von Amerikanern geprägte Begriff „German Angst“, der sich auf die Tatsache bezieht, dass Deutsche sich tausend Gedanken machen, bevor sie eine Sache anpacken. (Aber hey, „German Angst“ hätte George W. Bush auch mal ganz gut zu Gesicht gestanden…!) Ängste gab es immer, allerdings ging es früher vornehmlich um existentielle Fragen. Heutzutage geht es der westlichen Welt überwiegend gut, sprich: Nur relativ wenige müssen existentielle Ängste ausstehen.
Zwar muss man nicht um sein Leben fürchten, allerdings beobachtet man eine immer weiter verbreitete „alltägliche Lebensangst“. Es gibt schließlich mittlerweile 426(!) medizinisch anerkannte Ängste – da sollte doch für jeden etwas dabei sein! Ihr glaubt gar nicht vor was Menschen alles Angst haben können! Eine, zumindest teilweise nachvollziehbare Angst ist etwa die Papaphobie (= Angst vor dem Papst). Aber wer hat bitte Enetophobie (= Angst vor Kegeln)? Ephebiphobiker kann ich wiederum verstehen: wenn ich mir die heutigen Jugendlichen mit Vokuhila und dröhnendem Handy so anschaue, krieg ich auch manchmal Angst vor Teenagern…Ebenfalls grandios, wenn auch etwas aus der Mode, ist die so genannte Hexakosioihexekontahexaphobie, die Angst vor der 666. Sehr beliebt unter kleinen Kindern ist hingegen die Lachanophobie (= Angst vor Gemüse). Aber kommen wir wieder zu absolut beknackten Ängsten zurück. Da wären zum Beispiel die Ostraconophobie (= Angst vor Schellfisch), die Hippopotomonstrosesquipedaliophobie (= Angst vor langen Wörtern),die Arachibutyrophobia (= Angst davor, Erdnussbutter im Mundwinkel zu haben) oder auch die Zemmiphobie (= Angst vor Maulwürfen)…
Kann es sein, dass es den Leuten heute einfach zu gut geht, oder wie lassen sich solch abstruse Ängste sonst erklären? Einfach öfters mal tief durchatmen und sich nicht verrückt machen lassen, auch wenn einem mal wieder ein mörderischer Maulwurf nach dem Leben trachtet! Ich persönlich schließe mich Franklin D. Roosevelt an, der bei seinem Amtsantritt als amerikanischer Präsident einst so treffend formulierte: “Lassen Sie mich vor allem meinen festen Glauben bezeugen, dass das Einzige, was wir zu fürchten haben, die Furcht selbst ist.” Achja, dafür gibt es natürlich auch einen Ausdruck: Phobophobie, die Angst vor Ängsten…
Die komplette Auflistung aller 426 Ängste findet man bei phobialist.com

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