Das BIP steht dank Frankreichs infernalischem Selbstdarsteller Sarkozy und seiner Stiglitz-Kommission wieder mächtig unter Beschuss. Dabei müsste jedem halbwegs intelligenten Bürger klar sein, dass Wachstum nicht gleich Wohlstand ist. Erst recht nicht allgemeiner Wohlstand oder soziale Gerechtigkeit. Trotzdem wird es seit Jahren als Hauptindikator für die Bewertung der Regierungsarbeit herangezogen. Sarkozy will das (wohl in Anbetracht des eher mäßigen französischen BIP) jetzt ändern. Nichtstaatliche Solidaritätsleistungen, ehrenamtliche Tätigkeiten, ökologische und soziale Nachhaltigkeit sowie Lebensqualität und Wohlergehen sollen das BIP-Barometer zukünftig ergänzen. Ob es wohl bald ein Bruttosozialglück wie in Bhutan geben wird? Ich hätte jedenfalls ein paar Vorschläge zur Messgrundlage:
- Wie oft haben Sie wöchentlich Sex?
- Ist Ihr Auto größer als das Ihres Nachbarn?
- Können Sie sich Schönheits-OPs leisten?
- Haben Sie einen Fernseher in der Küche?
Egal, auch wenn ich bezweifle, dass die Sozialwissenschaftler in der Lage sind so abstrakte Begriffe wie Lebensqualität und Wohlergehen objektiv zu messen, begrüße ich diesen Vorstoß ungemein. Nur ob Deutschland, das ja im Vergleich zu Frankreich beim BIP ganz gut dasteht, sich zu einer Kurskorrektur bewegen lässt, wage ich zu bezweifeln. Ein guter BIP steigert schließlich auch das Bruttosozialglück – solange man es nicht versteht.
Noch ein Kommentar zur Stiglitz-Kommission gibt es auf zeit.de
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