
Afinal ao América do Sul! Als gestern ein ergrauter, leicht schläfrig wirkender Jacques Rogge die Entscheidung bekannt gab, dass 2016 in Rio de Janeiro geturnt, gerannt und geschwommen wird, gab es in Brasilien kein Halten mehr. Und ich meine, zurecht! Seit mehr als einhundert Jahren werden die olympischen Spiele der Neuzeit ausgetragen, aber noch nie fanden sie in Lateinamerika statt. Zum Glück ließ sich das IOC auch nicht von dem Auftritt Obamas blenden, denn in Amerika war das Sportfest schon häufig genug zu Gast.
Wer die Verkündung des IOC gesehen hat, wird mir zustimmen, dass es eine gute Entscheidung war: Denn in dem trostlosen Ambiente der Abstimmung, bildeten die jubelnden Brasilianer einen schönen Kontrast zu den anderen, steif wirkenden, Sportfunktionären. Viele fürchten vielleicht diese Spiele aufgrund der hohen Kriminalitätsrate in der brasilianischen Metropole. Aber genau das könnte eine Chance sein, das Problem in den Griff zu bekommen! Vermutlich konnten sich die Abstimmenden auch deswegen für Rio erwärmen, da zwei Jahre vorher die Fussball Weltmeisterschaft in Brasilien stattfinden wird und man deswegen sowieso schon gegen die Kriminalität vorgehen muss. Ein weiterer Pluspunkt der Südamerikaner ist sicherlich auch, dass sie sich in einer ähnlichen Zeitzone wie die USA befinden, und diese ja bekanntermaßen das meiste Geld für TV-Übertragungen locker machen.
Egal warum, Hauptsache ist, dass Olympia 2016 am Zuckerhut ausgetragen wird. Gewalt hin oder her. Schließlich hatte man auch kein Problem damit, die Spiele an Peking zu vergeben, wo die Regierungsgewalt ihrem Namen alle Ehre macht. Nach dieser Entscheidung, die die olympische Charta zur Farce verkommen ließ, können die brasilianischen Spiele eine Chance sein, dass man Olympia wieder mit Lebensfreude und guter Laune verbindet, anstatt mit Zensur und Unterdrückung. Nach hölzernen Wettkämpfen in Peking ist es wieder Zeit für ausgelassene Partystimmung! Und welcher Ort eignet sich besser für das olympische Volleyballtunier als die Copacabana? Ich freu mich drauf!
Und wer weiß, vielleicht erleben wir eines Tages auch die ersten afrikanischen Spiele und somit die Tilgung des letzten „weißen Flecks auf der olympischen Landkarte“. Zu wünschen wäre es! In diesem Sinne, até logo ao Rio!
seb
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