Ja ihr lest richtig. Ich schicke mich an, dem größten Mysterium unserer Zeit auf den Leib zu rücken; es mit meiner ganzen intellektuellen Leuchtkraft zu erhellen. Und seit versichert sie ist so hell und strahlen wie -; äh -; aber zumindest wie ein Leuchtkäfer; oder so –
Hyperlügologie ist die Lehre von Leer in der Flut. Oder besser: die Kunst der Form ohne bzw. mit beliebigem Inhalt. Noch besser: die Fertigkeit mit nichts alles zu erklären. Und es erstaunt, dass es nur einer einzigen Voraussetzung bedarf: profunder Unkenntnis. Diese zu erfüllen: damit habe ich jedenfalls keinerlei Probleme.
Um euch nicht unnötig zu langweilen, verzichte ich auf eine methodisch, qualitative und im Ansatz kumulative expantorische unter Berücksichtigung tangentialer Aspekte humanistisch, abendländischer und transzendentaler … Jedenfalls: das war mir zu blöd. Deshalb ein kleines, aber signifikantes und ungemein geschicktes Beispiel.
Moral. Was ist das eigentlich?
Kommt mir nicht mit Religion oder so. Das heißt doch nur, ihr habt keine Ahnung. Macht auch nichts; man kann es nicht essen, nicht trinken und damit bezahlen, schon gar nicht. Allen Falls spielen. Wir sind hier jedoch bei ernsthaften analytischen Betrachtungen; wir spielen also nicht mit der Moral.
Gehen wir ganz wissenschaftlich fundiert vor, und unterziehen den Begriff einer sprachlichen Analyse – noch einmal: wissenschaftlich! Für Einwendungen ist hier kein Platz!
Damit kommen wir völlig zwanglos zu der Erkenntnis, dass sich Moral aus zwei Silben zusammen setzt: ‚Mo‘ und ‚ral‘. Schon haben wir fast den Kern unserer Analyse gegründet. Es ist ein vollkommen logischer, geradezu trivialer Schluss, dass in diesen Silben der Wortbildung der Wortsinn inhärent ist. Kurz: was bedeuten die Silben, auf welche Begriffe gehen sie zurück?
Ich gestehe, dass hier echtes Engagement erforderlich ist, um in mühevoller, aufreibender Kleinarbeit die Resultate zu destillieren. Ich musste, um euch eine kleine Ahnung meiner Mühen zu vermitteln, minutenlang mit mir selbst in Klausur gehen; eine fast übermenschliche Anstrengung. Aber es hat sich gelohnt!
Bei ‚Mo‘ ist als Wortursprung Moor identifiziert. Die Assimilation und Integration in den heutigen Begriff Moral fand ohne jeden Zweifel im nordeuropäischen Sprachraum statt. Gegründet auf den Erfahrungen der Menschen in den nebelverhangenen Hochmooren. Sie mussten sich gefahrvolle Wege durch die Moore bahnen; jeder Fehltritt konnte fatale, ja tödliche Folgen zeitigen. Zusammenfassend, wird durch ‚Mo‘, mit dem Wortstamm Moor, darauf hin gedeutet, dass es äußerster Vorsicht bedarf, um den rechten Weg zu finden.
Etwas schwieriger wird es mit der Silbe ‚ral‘. Ich musste meine ganze Bibliothek durcharbeiten um zu erkenne (ihr könnt es ruhig glauben, immerhin sechs Bücher, wovon manche über hundert Seiten haben!) um endlich die einzig wissenschaftlich, analytische Lösung zu finden. (Den entscheidenden Hinweis fand ich übrigens in dem sehr Fundierten Werk „Der kleine Angler Führer“ von Herribert Ungut Geltern.)
Die aktuelle Silbigkeit ist hat sich natürlich im Verlauf der dynamischen Sprachentwicklung verwischt. Die heutige Silbe ‚Mo‘ fußt auf ‚Mo(o)r‘ und damit steht die zweite Silbe mit aller Prägnanz vor uns: ,al‘. Dies kann nur als Basis auf Aal hinweisen! Dass es sich hier um den einzig wahren Wortstamm handelt, belegt auch der kontextuelle Rahmen in dem der Begriff steht; im nordeuropäischen Sprachraum. Was sagt uns dies? Es intendiert offenbar etwas schlüpfriges, glattes oder nahr- und schmackhaftes.
Ich will an dieser Stelle nicht verschweigen, dass Prof. Dr. Dr. Profundus von der Universität „Wikipedia“ am Leerstuhl für „angewendetes Gemurmel“ andere Positionen vertritt. Er sieht in der Silbe ‚ral‘ den Wortstamm in dem mittelhochdeutschen Wort ‚Gral‘ – gemeint ist ein wundertätiger Gegenstand (Stein, Kelch) der mittelalterlichen Dichtung. Diese Wort geht seinerseits auf das altfranzösiche Wort ‚gral‘ zurück. Dies würde andeuten, dass es sich bei Moral um etwas tendenziell heiliges handele. Eine sicher interessante, aber, ihr werdet es selbstverständlich auch so sehen, doch reichlich überzogene und gewagte These!
Doch als wahrer Profundus seiner Fakultät sieht er einen zweiten, möglichen Wortstamm, nämlich das niederländische Wort ‚Kraal‘, das seinen Ursprung in dem portugiesichen ‚curral‘ findet, was ‚umzäunter Hofraum‘ bedeutet.
Fassen wir unsere wissenschaftlich fundierte Analyse zusammen:
Moral ist etwas, „in dem man versinken kann“, oder „vermeiden hilft in etwas zu versinken“; das „glatt und glitschig, schwer festzuhalten“ ist oder etwas „heiliges“ impliziert bzw. etwas „Ein-„ oder „Aussperrt“! Endlich haben wir Klarheit über die Bedeutung von Moral! Ist das nicht klasse?! Und wir können die Angelegenheit getrost zu den Akten legen.
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Werner.
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[...] begreifen und gründen kann hat hier seine Triumphalen Exzesse gefeiert. Hier wird es satirisch Hyperlügologie genannt. Aber es ist eben so bitterer Ernst wie die modernen Fanatiker des (und es ist mir zu wider [...]
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Ja. Ganz übel! Wissenschaft sollte ein Hilfsmittel zur Lösung von Problemen und Aufgaben sein. Stattdessen machen wir ein Totschlagargument daraus.
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[...] Bundestagsfraktionsvorsitzenden der Union, Michael Meister. Dieser Herr sah sich bemüßigt die Hyperlügologie dieses Gesetzes noch einmal zu kredenzen: „Wenn Strom aus erneuerbaren Energien eingespeist wird, [...]
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Leider habe ich den Beitrag nur durch Zufall gefunden; find ihn aber gut. Es hat mir das in einer netten Satire dargelegt, das mich selbst schon immer an der modernen wissenschaftlichkeit stört. Es wird mit irgendwelchen Behauptungen argumentiert, die man nicht nachprüften kann und verwendet Formalien, die aus dem Bezuggenommen auch die unsinnigsten Schlußfolgerungen logisch erscheinen lassen.
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