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Good old German

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Da man im Bundestag zurzeit anscheinend nichts Besseres zu verhandeln hat, wird in der Jamaika-Koalition gerade über den Satz „Die Sprache der Bundesrepublik ist deutsch“ diskutiert.

Offensichtliches scheint unseren Regierungen ja schon immer die größten Probleme zu machen: Man ist sich Mal wieder uneins hinsichtlich der Notwendigkeit diesen Satz in das Grundgesetz aufzunehmen. Die Gegner wie Merkel, Schäuble und Frau Leutheuser-Schnarrenberger argumentieren, dass Selbstverständliches nicht ins Grundgesetz gehört. Die Befürworter halten dagegen, auch die Farben der Flagge und Berlin als Hauptstadt seien im GGS verankert.

Aha, das klingt doch nach einer wahren intellektuellen Herausforderung, der sich die Politiker da stellen. Zumal es wahrscheinlich überhaupt keinen Unterschied machen wird oder sollen demnächst alle Touristen, Migranten und Werber einen Maulkorb verpasst bekommen? (Mhm, zumindest bei Letzteren keine schlechte Idee…) E-Mail und Internet werden natürlich auch abgeschafft, ganz zu schweigen von sämtlichen (vornehmlich amerikanischen) Franchise-Unternehmen – Welch wonnige Zukunftsaussichten!

Aber Mal im Ernst: Sprache ist doch etwas Lebendiges (sollte es zu mindestens sein) und wie alles Lebende ist auch die Sprache einem ständigen Wandel unterzogen und passt sich seiner Umgebung an. Wir leben nun einmal in einer globalisierten Welt und übernehmen Eigenheiten, Bräuche und Ausdrücke von „fremden Kulturen“ mit denen wir in Berührung kommen. Das war schon immer so und wird auch so bleiben: Das ist menschlich, das ist Leben!

Sicherlich kann man über Sinn und Unsinn von Fantasieausdrücken wie „Handy“ streiten, trotzdem habe ich bisher noch nie gehört, dass sich jemand z.B. über den übermäßigen Gebrauch französischer Ausdrücke in deutschen Literaturklassikern wie „Effie Briest“ oder „Cécile“ von Theodor Fontane mokiert hätte. Damals zeugte der Gebrauch fremdsprachlicher Termini (Gelten Begriffe lateinischen Ursprungs als deutsch?) von Bildung und hohem gesellschaftlichen Stand. Warum also ist es heute so verpönt? Möchte da ein bestimmter Politiker etwa seine Unkenntnis der englischen Sprache verdecken?

Mehr zum Thema „Es ist Deutschland hier“ auf zeitjung.de

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