Hallo Leute.
Ich wollte schon immer ein Vorwort schreiben. Leider hat mir immer das Buch dazu gefehlt. Mein Tagebuch? – Ja. Ich gebe es zu: ich schreibe ein altmodisches Tagebuch - nicht einmal auf meinem PC; einfach in eine Heftsammlung. Nicht regelmäßig; nur wenn mein Frust über kocht. Lassen wir diese Privatelei. Einfach ein Vorwort: klasse.
Keine Ahnung zu welchem Buch das Vorwort passen könnte. Macht nichts. Ich schreibe es eben.
Beginnen wir mit der Einleitung- Nein das ist zu banal‘; mit dem Prolog. Das klingt gleich wesentlich profunder. Ssofort wird vermuten, ich hätte etwas essentielles zu sagen. Obwohl – Essentialität, nicht selten der Grund sein mag, dass der Pro-, zu einem Epilog wird. Darüber mache ich mir keine Sorgen; mir genügt die Vermutung vollkommen! Profundität; die führt allen Falls zu schlechter Verdauung.
Mang sein, ich bin hoffnungslos naiv, anzunehmen, der Prolog wird überhaupt gelesen. Mir ist dieser harmlose Aberglaube ein Trost. Was soll es auch. Schließlich geht nach Jahrtausenden bis heute unverdrossen die Mär vom gerechten Saat um. Da komme ich mit meiner Irrung gut weg!
Ich schreibe Unsinn. Ihr gehören ja zu den seltenen? Exemplaren die die Einleitung lesen. Und Heute darf man durchaus, so richtig Ver-Sache-licht sagen: ich habe den Prolog gelesen; ob dabei ein Hauch von Verständnis an den franzen Zipfeln des Verstandes vorbei wehte? Das interessiert keinen. Man hat gelesen! Und ‚Gut‘ is.
Deswegen braucht sich niemand zu schämen. Ohne diese Ver-Sache-lichung – Wie könnten da Politiker, Würdenträger, und was es sonst alles in den politischen Machtzentren gibt, Schlaf finden? – nachdem sie den Rüstungsexport kräftig, sich auf die Brust klopfend, angekurbelt haben, für tausende die Sozialleistungen kürzten, nachdem … .
Falls ihr allerdings zu jenem Personenkreis zählt, die den Prolog überschlagen. Macht nichts. Ihr versäumt nichts. Ich gehe davon aus, dass Ihr ihn ohne dies nicht verstanden hättet: zu ungebildet, ignorant seid um meinen genialen und ersprießlichen Denkeleien zu folgen. Ja, ich messe mich mit den Giganten: den Politikern. Sie versehen es auf magische Weise den Menschen vor zu geben, sie verstünden das alles sowieso nicht; wieso sollte man sich dann bemühen, es ihnen zu erklären –
Bevor ich fortfahre will ich mich einer Pflicht entledigen (seit versichert endgültig) die jeder Autor als Bringschuld vorgehalten bekommt: dem Leser zu schmeicheln, in servilem Sermon zu schwelgen, wie Klugen, Aufgeschlossenen, Außergewöhnlich er ist, dieses Buch (Vorwort) zu lesen. Ja, und der Leser erwartet es. Wozu soll er sonst lesen? Etwa aus Interesse, um sich zu informieren … Richtig: Unsinn.
Die Lesererwartung ist eine empirisch erworbene, schließlich habitualisierte und antizipierte Phänomenologie tiefenpsychologisch manifester Kausalisierung … Der Satz macht keinen Sinn; aber er klingt!! Eigentlich ist es so etwas wie die ‚empirische Logik‘ (was das sei? Keine Ahnung.). Um die Annahme zu verifizieren: ‚Alle Raben sind schwarz‘ werden alle erdenklichen Objekte betrachtet. So ist eine Lila Kuh ein Bestätigungsfall dafür, dass ‚alle Raben schwarz‘ sind. Unsinnig? Logisch nicht. Aber –
Was mich wirklich erstaunt: Kein Autor müsste darauf Rücksicht nehmen. Der Leser erwartet die Schmeichelei mit solch unerschütterlicher Festigkeit, dass er, auch wenn man ihn explizit ‚ein Dummes Stück‘ nennt, dies für Anerkennung, Schmeichelei hält!
Wieder einmal zeigt sich die Zukunftsorientiertheit unserer Gesellschaft. Ganz im Trend: Flexibilität bis zum Abwinken. Es gilt den rechten Blickwinkel zu finden: ‚Eins, zwei, drei, fertig ist der Brei.‘.
Mir wird es immer ein Rätsel bleiben, wie es Spitzenpolitikern – wohl so betitelt, weil sie es auf die Spitze treiben, wovon auch immer – zwischen zwei Sitzungen, bequem in einem Sessel gelehnt – wobei in der Vorhergehenden Kürzungen im Sozialhaushalt beschlossen wurden und in der Kommenden, mit fraktionsübergreifender Einhelligkeit, eine Diätenerhöhung zum Beschluss vorliegt – gelingt, amüsiert eine bitter böse Satire über Politiker zu lesen. Wahrscheinlich verkompliziere ich die Sache. Schließlich: sie haben gut Lachen!
Trotzdem. Ich muss die Sache etwas erläutern. Vorweg: Solltet ihr den Ausführungen nicht folgen können (was – wie ihr vermuten werdet – keine Rolle spielt) und euch darüber ärgert, kann ich nur zweierlei dazu bemerken:
- 1) Ihr seid zum Politiker gänzlich ungeeignet – er liest nicht nur, was er nicht versteht, nein er erklärt es auch noch andern; eine Kunst die wahrlich ein Höchstmaß an Anerkennung verdient; wer wollte es ihnen nachmachen? (einmal von mir abgesehen). Überhaupt, es liegt an euch in dem ganzen Gescheibsel etwas passendes für euer Selbstwertgefühl zu finden; mit einiger Anstrengung und reichlich Banal-Phantasie lässt sich der größte Unsinn verstehen – auch wenn deren Sinn überall zu finden ist, nur nicht in dem gelesenen Text. Der Witz solcher Ergüsse ruht darin, dass jeder Leser seinen Sinn – ganz persönlich & exklusiv – finden kann (muss). Das Beste: man kann prächtig stundenlang darüber diskutieren; keiner fühlt sich Missverstanden; jeder hat ja seinen Sinn, seine Bedeutung; nur sehr garstige, missmutige Zeitgenossen sagen: ‚natürlich, es eben keinen Sinn‘. Solche Ansicht ist schlicht subversiv! Wir alle lechzen danach verstanden zu werden; diese segensreiche Heilsuppe genüsslich auszulöffeln – die wir uns selbst kredenzt haben.
- 2) Sie erinnern sich noch? Es sollte ein zweitens geben. Wenn ja, grämt euch nicht; in solchen Fällen hat meist der mehr begriffen, der es nicht versteht, als der, der glaubt den tieferen Sinn in seiner vollen Prägnanz & Größe erfasst zu haben. Also Pustekuchen mit zweitens. Vergesst es einfach, oder denkt euch selbst was aus. Mir ist der Faden gerissen.
Ach ja. Ein letzter Test auf eure staatsbürgerliche Tauglichkeit. Was haltet ihr von meinem Vorwort? Gut? Genial? Präzise auf den Punkt gebracht? Gut! Dann geht ihr als würdige Staatsbürger durch; denn wer wollte sich heute noch erkühnen auf die Idee zu kommen – vom Aussprechen zu schweigen – etwas so profundes als möglicher weise einfachen Unsinn zu entlarven? Nein. Unmöglich. Das hätte etwas von Anarchie. Wenn Politiker an ihrem Geschwätz oder gar an ihrem (auch persönlichen) Handeln, ernsthaft einer Prüfung der Vernunft unterzogen würden … Einfach unvorstellbar!
Solchen Staatsbürgern (den diese schmeichelnde Bezeichnung gar nicht zusteht) könnte es gehen wie dem Begriff ‚Mensch‘ in der Politikersprache. Der ist massiv vom Aussterben bedroht ist – was soll es, wo wir uns sorgen müssen um das drohende Aussternen der Zwergtrappe und des Tierl … und wär hier Zusammenhänge wähnt, dem ist ganz und gar nicht mehr zu helfen! Heute sind wir Staatsbürger (der selbstredend in der Pflicht steht – wem gegenüber? Natürlich den Politikern) und wer immer noch Muckt, dem wird ein ‚Mündig‘ drauf gesetzt. Auf der anderen Seite, da sind der ‚Kleine Mann (der auch eine Frau sein kann – ganz im Sinne der Gleichberechtigung, auch wenn es an dieser Stelle nicht einmal die verbissenste Emanze interessiert) auf der Straße‘ oder die, die ‚soziale Defizite‘ haben; wer würde sich auch nur im Ansatz zu dieser Gruppe rechnen wollen?! Aber am Schönsten sind die Bürger mit ‚Migrationshintergrund‘; dazu fällt selbst mir nichts mehr ein.
Auf jeden Fall der Mensch ist über Kurz oder Lang tot; es lebe der Staatsbürger! Bürger & Bürgerin (vor fast endlosen Zeiten war das ein Schwert zur Gleichheit) heute ist es die Keule der Verblödung. Liebe Bürger und Bürgerinnen … Klingt das nicht einerseits intellektuell und andererseits familiär, anheimelnd? Da kann man nicht anders als ‚die meinen MICH‘.
Wie? Da gab es noch solche Begriffe wie … Ich wage sie nicht auszusprechen; sie sollten sich schämen darauf hinzuweisen. Genosse & Genossin? Ich bitte Sie! Nun ist es wirklich gut. Das sind alte, längst abgelutschte Kamellen. Das war doch das mit dem ‚Klassenkampf‘? Oder? Das ist albern. Wer mit diesem Begriff was anfangen kann ist entweder längst in Pension, verstorben oder übriggeblieben aus irgendeiner Geschichte; allenfalls gibt es ein paar Ignoranten die in irgendwelchen Kneipen, mit roten Nelken im Knopfloch, unverdrossen Disputieren und sich gegenseitig auf die Schulter klopfend von den ‚guten, alten Zeiten‘ säuseln. Ich bitte euch. Klassenkampf, wie soll das zu dem adretten, dezenten Anzug, dem Aktenkoffer und dem Fluidum eines technokratischen Aufsteigers passen?? Überhaupt, wer sich zu einer Klasse zählen? Sind schließlich alle Bürgerinnen & Bürger!
Ach ja. Endlich weiß ich, wieso ich nie ein Vorwort geschrieben habe: ich kann es nicht. Und versprochen: ich werde es nie wieder tun. Etwas, was ich manchem Politiker an Einsicht gönnen würde. Allerdings; dann wären sie es wohl nicht.
Zwar keine Satire, aber Fundament dafür:
Ein kleiner Link zu Wahrnehmung und Wirklichkeit
Und den hier
Die meine Satire gelesen haben interessiert sicher auch das Engagement Prominenter
Demokratie
Und der Sprachwandel
im Kleinen
Werner.
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